Hypozinsen ziehen im Juli wieder an

In der Schweiz haben sich publizierte Hypothekar-Richtsätze seit Anfang Juli 2026 über alle gängigen Laufzeiten nach oben bewegt. Für Eigentümer und Käufer verteuern sich damit Neuabschlüsse, auch wenn die Effektivzinsen unter den Frühjahreshochs bleiben und Banken unter Margendruck geraten.

Juli 2026

Seit Ende Juni haben sich Kapitalmarkt- und Hypothekarzinsen erneut gemeinsam nach oben bewegt. Ausschlaggebend sind höhere Renditen bei Eidgenossen und steigende Swapsätze, also genau jene Refinanzierungskosten, an denen sich Festhypotheken orientieren.

Besonders sichtbar ist die Bewegung bei längeren Laufzeiten. Die publizierten Zehnjahressätze stiegen seit Anfang Juli von 1,78 auf 1,89 Prozent, die Fünfjahressätze von 1,49 auf 1,62 Prozent. Bei dreijährigen Festhypotheken ging es von 1,36 auf 1,50 Prozent nach oben, bei zweijährigen von 1,31 auf 1,43 Prozent. Der FuW-Hypo-Index auf Basis abgeschlossener Geschäfte lag in der Berichtswoche bei 1,57 Prozent und damit über dem Julitief von 1,45 Prozent, aber weiterhin unter dem Jahreshoch von 1,69 Prozent Anfang Juni.

Richtwerte und Abschlüsse liegen weiter auseinander
Für Kreditnehmer bleibt entscheidend, dass publizierte Offerten das Marktpreisniveau nur begrenzt abbilden. In der betrachteten Woche lagen die veröffentlichten Richtwerte im Schnitt 0,32 Prozentpunkte unter den tatsächlich bezahlten Zinsen. Das verteuert vor allem neue Finanzierungen und Anschlusslösungen, bei denen Eigentümer kurzfristig entscheiden müssen, ob sie Laufzeiten sichern oder auf sinkende Sätze spekulieren.

Bei den günstigsten publizierten Angeboten lagen Ende Juli die tiefsten Zehnjahressätze bei 1,64 Prozent, während bei zwei-, drei- und fünfjährigen Laufzeiten Werte von 1,09, 1,22 und 1,38 Prozent aufgerufen wurden. Am oberen Ende reichten die publizierten Sätze je nach Laufzeit bis 2,15 Prozent. Die Preisspanne zwischen den Anbietern bleibt damit beträchtlich.

Wachsender Markt mit neuen Gewichten
Parallel zum jüngsten Zinsanstieg wächst der Hypothekarmarkt weiter. Nach Auswertungen von MoneyPark hat das Schweizer Hypothekarvolumen 2025 erstmals die Marke von 1,3 Billionen Franken überschritten. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Plus von 39 Milliarden Franken oder 3,1 Prozent. Auffällig ist dabei die Verschiebung bei den Anbietern. Pensionskassen erreichten 2025 rund 34 Milliarden Franken und lagen damit knapp vor Versicherungen mit 33 Milliarden Franken. Banken blieben jedoch klar dominant. Kantonalbanken kamen laut den Auswertungen auf 506 Milliarden Franken, Raiffeisenbanken auf 231 Milliarden Franken.

Auch offizielle Daten zeigen, dass die ausstehenden Hypothekarschulden in der Schweiz hoch bleiben. Die SNB hält in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2026 fest, dass am Wohnliegenschaftsmarkt weiterhin Verwundbarkeiten bestehen und die Hypothekarschulden auf hohem Niveau verharren. Für Eigentümer, Entwickler und Wohninvestoren bedeutet das, dass die Finanzierungskosten zwar unter den Spitzen des Frühjahrs bleiben, sich der Spielraum für günstige Abschlüsse aber wieder verengt.

Weitere Artikel