Hohe Mieten treiben den Druck auf Bern

Die Mietbelastung in der Schweiz bleibt hoch, obwohl der Referenzzinssatz seit September 2025 bei 1,25 Prozent liegt. Der Mieterinnen- und Mieterverband greift den geplanten indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Mietpreis-Initiative frontal an und fordert schärfere Eingriffe in den Wohnungsmarkt.
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Hohe Mieten treiben den Druck auf Bern

Darum gehts

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  • Die Mietbelastung in der Schweiz bleibt trotz tiefem Referenzzins hoch.
  • Der Bundesrat verschärft den Streit mit seinem Gegenvorschlag.
  • Anlagefirmen halten inzwischen mehr Mietwohnungen als Privatpersonen.

Der politische Konflikt hat sich Ende September 2026 verschärft. Der Bundesrat will die Mietpreis-Initiative ablehnen, gleichzeitig aber einen indirekten Gegenvorschlag ausarbeiten. Für den Mieterinnen- und Mieterverband ist das kein Schutzschild gegen missbräuchliche Mieten, sondern ein zusätzlicher Treiber für weitere Belastung.

Der Verband stützt seine Warnung auf eine Entwicklung, die sich mit den offiziellen Zinsdaten nur schwer wegdiskutieren lässt. Der hypothekarische Referenzzinssatz gilt unverändert seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent und blieb auch per 2. September 2026 auf diesem Niveau. Dennoch ist der Mietpreisindex des Bundesamts für Statistik von 2005 bis 2025 laut Verbandsdossier um 32,1 Prozent gestiegen.

Belastung trifft breite Mieterschichten
Die Schweiz bleibt ein Land der Mieterinnen und Mieter. Nach OECD-Daten lebt hier im internationalen Vergleich weiterhin ein besonders hoher Anteil der Haushalte zur Miete. Gleichzeitig gilt Wohnkostenüberlastung gerade bei tiefen Einkommen als akutes Problem. Der Verband verweist darauf, dass Haushalte mit einem Bruttoeinkommen bis 4’000 Franken im Schnitt 37,8 Prozent fürs Wohnen aufwenden. Die OECD zeigt zudem, dass in der Schweiz rund zwei von fünf einkommensschwachen Mieterhaushalten mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben.

Eigentum verschiebt sich zu Anlagefirmen
Brisant ist für die Branche vor allem der Umbau auf der Eigentümerseite. Laut Dossier des Mieterverbands sank der Anteil der Mietwohnungen im Besitz von Privatpersonen zwischen 2000 und 2024 von 57,3 auf 43,2 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Anlagefirmen von 28,7 auf 44,4 Prozent. Der Verband leitet daraus die Forderung nach mehr gemeinnützigem Wohnraum, einer konsequenteren Kostenmiete und einer schärferen Lex Koller ab.

Wohnungsmarkt wird zum Regulierungstest
Für Eigentümer, Investoren und Politik geht es damit längst nicht nur um Sozialpolitik. Der Bund hat den Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen Ende September 2026 ausdrücklich wieder auf die Traktanden gesetzt. Damit wird die Frage schärfer, wie Rendite, Regulierung und Preisbildung im Schweizer Mietwohnungsmarkt künftig austariert werden. Offen ist, wie weit der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats tatsächlich gehen wird und ob er die Preisdynamik dämpft oder den Streit weiter anheizt.