Genf zündet bei Staatsbauten ein Sanierungsprogramm

Genf will seinen staatlichen Gebäudebestand in den kommenden 13 Jahren mit 1,25 Milliarden Franken modernisieren. Rund 300 prioritäre Projekte sollen vor allem die grössten Energiefresser treffen und damit den Druck auf Energieverbrauch, Emissionen und veraltete Haustechnik erhöhen.

Genf, Oktober 2026

Der Kanton hat das Programm am 30. Juni 2026 vorgestellt und die Umsetzung einer neuen Direktion für das Programm der ökologischen Wende übertragen. Diese Einheit wurde im Januar 2026 beim kantonalen Hochbauamt geschaffen und soll die rund 300 prioritären Vorhaben über 13 Jahre steuern.

Im Zentrum stehen die energieintensivsten Liegenschaften des Staates. Sie verursachen laut Kanton fast 90 Prozent des Energieverbrauchs im betroffenen Bestand. Das Geld fliesst deshalb nicht nur in einzelne Technikersatzprojekte, sondern auch in Gebäudehüllen, energetische Optimierungen sowie bei einzelnen Objekten in umfassende Innen- und Aussensanierungen.

Schulen stehen im Vordergrund
Besonders stark betroffen ist der Bildungsbereich. Etwa die Hälfte der ausgewählten Gebäude entfällt auf Schulen und andere Bildungsnutzungen. Für die Immobilien- und Bauwirtschaft ist das relevant, weil damit ein langfristig planbarer Sanierungsmarkt mit hoher technischer Komplexität entsteht, von der Gebäudetechnik bis zur etappierten Erneuerung im laufenden Betrieb.

Der Kanton beziffert seinen Immobilienbestand auf mehr als 700 Gebäude mit rund 2 Millionen Quadratmetern Fläche. Das kantonale Hochbauamt verwaltet laut seiner Organisationsseite sogar knapp 2’000 Gebäude und 2,2 Millionen Quadratmeter, weil dort auch gemietete Objekte und Grundstücke des Gesamtportfolios mitgeführt werden. Für das jetzt präsentierte Programm zählt jedoch die enger gefasste Auswahl der priorisierten Staatsbauten.

Erste Eingriffe laufen bereits
Mehrere Massnahmen sind bereits umgesetzt oder angestossen, unter anderem in der Altstadt, bei HEPIA Lullier, in La Praille und an der Uni Bastions. Genannt werden etwa erneuerte Heizungsanlagen und zusätzliche Photovoltaikmodule. Parallel dazu verweist Genf auf den regulatorischen Druck durch energetische Grenzwerte wie den Wärmeverbrauchsindex, der einzelne Gebäude zusätzlich in das Programm ziehen kann.

Mit durchschnittlich rund 80 Millionen Franken pro Jahr schafft der Kanton eines der grösseren öffentlichen Sanierungspakete im Schweizer Gebäudebestand. Der nächste entscheidende Punkt wird sein, wie rasch Planung, Vergaben und Ausführung bei den priorisierten Objekten tatsächlich hochgefahren werden.

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