Gebäude drücken den CO₂-Ausstoss weiter
Die Schweiz hat 2025 beim CO₂ erneut reduziert. Besonders stark sank der Ausstoss aus Brennstoffen um rund 5 Prozent. Für die Immobilienbranche ist das ein konkretes Signal, weil effizientere Gebäude und mehr erneuerbare Heizsysteme den Rückgang laut Bund massgeblich getragen haben.
Der Rückgang im Gebäudebereich ist für den Trend zentral. Das Bundesamt für Umwelt führt die tieferen Brennstoffemissionen 2025 vor allem auf bessere Energieeffizienz von Gebäuden und den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen zurück. Damit zeigt sich die Wirkung von Sanierungen, Heizungsersatz und effizienterer Bewirtschaftung direkt in der nationalen CO₂-Bilanz.
Brennstoffe sinken stärker als Treibstoffe
Nach der am 13. Juli 2026 veröffentlichten CO₂-Statistik gingen die Emissionen aus Brennstoffen wie Heizöl und Gas 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent zurück. Bei Treibstoffen wie Benzin und Diesel lag das Minus bei rund 1 Prozent. Der Bund begründet dies im Verkehrsbereich mit wachsender Elektromobilität und einer höheren Nachfrage nach Biotreibstoffen. Der Bio-Anteil am gesamten Benzin- und Dieselverbrauch lag 2025 erstmals bei über 5 Prozent.
Im Langfristvergleich ist der Unterschied zwischen den Sektoren noch deutlicher. Gegenüber 1990 lagen die Brennstoffemissionen 2025 um 46 Prozent tiefer, während die Emissionen aus Treibstoffen um 8 Prozent sanken. Für Eigentümer, Entwickler und Bestandshalter ist das relevant, weil der Gebäudesektor damit weiter zu den Bereichen gehört, in denen sich klimapolitische Ziele vergleichsweise direkt über Technik, Hülle und Wärmesysteme beeinflussen lassen.
Gebäudebestand bleibt ein zentraler Hebel
Bereits das Treibhausgasinventar für 2024 zeigte denselben Mechanismus. Die gesamten Emissionen der Schweiz beliefen sich damals auf 40,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente und lagen damit 27,3 Prozent unter dem Niveau von 1990. Der Gebäudesektor reduzierte seinen Ausstoss bis 2024 um 47 Prozent, die Industrie um 33 Prozent und der Verkehr um knapp 10 Prozent. Das unterstreicht, dass Investitionen in Gebäudehülle, Heizsysteme und Betriebsoptimierung nicht nur einzelne Liegenschaften betreffen, sondern messbar in die nationale Klimabilanz eingreifen.
Ziele bis 2030 und 2050 bleiben anspruchsvoll
Die Schweiz will ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 50 Prozent senken und bis 2050 Netto-Null erreichen. Trotz der Fortschritte im Gebäudebereich bleibt der Handlungsdruck damit hoch, weil der Verkehr deutlich langsamer dekarbonisiert und die Gesamtbilanz noch klar über dem Zielpfad liegt. Für den Immobiliensektor bedeutet das anhaltenden Investitionsbedarf bei Sanierungen und beim Ersatz fossiler Heizungen.