Frauenfeld wird zum Herzschlag der Paketlogistik

Am 14. Juni 2026 setzte die Schweizerische Post in Frauenfeld den Spatenstich für ein neues regionales Paketzentrum. Die Investition von 200 Millionen Franken ist keine Reaktion auf ein akutes Problem, sie ist eine strategische Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte. Der Thurgau wird damit zum Drehkreuz der Schweizer Paketlogistik.

Das neue regionale Paketzentrum der Schweizerischen Post in Frauenfeld soll Ende 2029 in Betrieb gehen. Visualisierung: Die Schweizerische Post AG

Juni 2026

Das bestehende nationale Paketzentrum Frauenfeld sortiert an Spitzentagen bereits über eine halbe Million Pakete und die Mengen wachsen weiter. Der Onlinehandel boomt, die Infrastruktur hält kaum Schritt. Die Post reagiert mit einem Neubau auf 1,45 Hektaren Baurechtsland an der Langfeldstrasse, unmittelbar neben dem bestehenden Zentrum. Ab Ende 2029 sollen die Förderbänder des neuen Zentrums bis zu 12’000 Pakete pro Stunde sortieren.

Synergien durch Schiene und Nähe
Der Standort ist kein Zufall. Die direkte Nachbarschaft zum nationalen Paketzentrum schafft operative Synergien und das Schienennetz ist dabei zentral. Über die Bahn wickelt die Post den internen Transport zwischen den grossen Paketzentren in der Schweiz ab. Diese Anbindung macht Frauenfeld zu einem der effizientesten Logistikstandorte der Deutschschweiz. Rund 220 neue Arbeitsplätze entstehen in der Region.

Überbrückung während der Grosssanierung
Das neue Zentrum erfüllt eine Doppelfunktion. In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren saniert die Post ihre drei nationalen Paketzentren in Härkingen, Frauenfeld und Daillens. Während das bestehende Frauenfelder Zentrum umgebaut wird, soll der Neubau dessen Kapazität überbrücken und danach als dauerhafter Verstärker dienen. Damit wiederholt die Post eine bewährte Strategie, denn bereits 2021 baute sie regionale Entlastungszentren in Rümlang, Pratteln und Buchs, bevor die nationalen Zentren umgebaut wurden.

Milliarden für die Logistik der Schweiz
Das Projekt in Frauenfeld steht für eine umfassendere Investitionsoffensive. Allein in den letzten Jahren investierte die Post über 250 Millionen Franken in neue Paketsortierzentren. Parallel laufen Modernisierungsprogramme an allen drei nationalen Zentren. Das Härkingen-Projekt allein kostet bis zu 400 Millionen Franken. Bis 2029 entsteht damit eine neue Logistikinfrastruktur, die der Schweiz auch in der nächsten Wachstumsphase des E-Commerce standhält.

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