Eigenheime bleiben trotz Flaute teuer

Stockwerkeigentum verteuerte sich im zweiten Quartal 2026 nochmals um 1,0 Prozent, Einfamilienhäuser stagnierten nur auf hohem Niveau. Für Käufer bleibt die Hürde hoch, weil tiefe Hypothekarzinsen und ein knappes Angebot den Markt weiter stützen.

Juli 2026

Am Schweizer Eigenheimmarkt ist auch im zweiten Quartal 2026 keine Entlastung sichtbar. Eigentumswohnungen verteuerten sich gegenüber dem Vorquartal um 1,0 Prozent, während Einfamilienhäuser auf hohem Niveau stagnierten. Im Jahresvergleich liegen die Preise dennoch klar höher. Wohnungen kosteten 4,2 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2025, Häuser 3,4 Prozent.

Damit bleibt der Zugang zu selbstgenutztem Wohneigentum angespannt. Für Entwickler, Vermarkter und Finanzierer ist vor allem entscheidend, dass die Nachfrage trotz schwächerer Quartalsdynamik nicht abreisst. Tiefe Hypothekarzinsen und das knappe Angebot halten den Preisdruck aufrecht. Eine rasche Korrektur ist nach verfügbaren Angaben derzeit nicht erkennbar.

Regionale Unterschiede bleiben deutlich
Besonders stark stiegen die Preise für Einfamilienhäuser innert Jahresfrist in der Westschweiz mit 6,3 Prozent. Bei Eigentumswohnungen verzeichnete die Südschweiz mit 6,7 Prozent den stärksten Zuwachs. Gleichzeitig zeigt der Markt, dass die Entwicklung regional nicht einheitlich verläuft. In der Genferseeregion sanken die Preise für Eigentumswohnungen im Jahresvergleich um 1,4 Prozent.

Auffällig ist zudem die Dynamik in touristischen Gemeinden. Dort legten die Hauspreise im Jahresvergleich um 6,0 Prozent zu, bei Eigentumswohnungen sogar um 6,9 Prozent. Das stützt die Beobachtung, dass knappe Flächen, Zweitwohnungsrestriktionen und anhaltende Nachfrage gerade in Freizeit- und Bergregionen weiter auf die Preise wirken.

Zinsen stützen den Markt weiter
Für den Markt spricht derzeit wenig für eine rasche Entspannung. Die Schweizerische Nationalbank beliess den SNB-Leitzins am 18. Juni 2026 unverändert bei 0 Prozent. Damit bleibt das Finanzierungsumfeld für Wohneigentum vergleichsweise günstig, auch wenn die Tragbarkeit für viele Haushalte wegen der hohen Einstiegspreise schwieriger wird. Für den Wohnungsmarkt insgesamt verschärft das die bekannte Verschiebung: Wer den Kauf nicht finanzieren kann, bleibt länger im Mietsegment.

Der aktuelle Transaktionspreisindex von Raiffeisen basiert auf Handänderungsdaten von Raiffeisen und des Swiss Real Estate Datapools SRED. Er zeigt vor allem eines: Der Markt verliert etwas Tempo, aber nicht an Höhe. Für die Branche bedeutet das anhaltenden Druck auf das Angebot und weiterhin hohe Anforderungen an Akquisition, Produktpositionierung und Finanzierung.

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