Daran liegts: Nutzungs- und Betriebskonzepte als Schlüssel zu bedürfnisgerechten Sportanlagen

Es gibt sie im ganzen Land: Öffentliche Sportanlagen, deren Wurzeln in den 1960er Jahren liegen. Entsprechend ist in den letzten 20 Jahren der Bedarf gewachsen, diese Anlagen zu sanieren oder neu zu bauen. Einer Frage kommt dabei zentrale Bedeutung zu: Der nach einem umfassenden Nutzungs- und Betriebskonzept.

März 2026

Von der Wettkampfstätte zur Anlage für Freizeit und Bewegung
In den letzten fünf Dekaden hat sich das Sportverhalten in der Bevölkerung – sei es auf individueller Basis oder auch im organisierten Sport – stark verändert. Neue Trainingsgewohnheiten, signifikant gestiegene Bevölkerungszahlen, eine zunehmende Professionalisierung im Vereinssport sowie veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse haben dazu geführt, dass Anlagen heute deutlich mehr leisten müssen als noch vor 50 Jahren. Dazu gehören auch Aspekte wie Gender- und Altersgerechtigkeit, die heute als selbstverständlich erachtet werden.

Entsprechend sollte am Anfang jedes Infrastrukturprojektes nicht die bauliche Lösung im Vordergrund stehen, sondern die Frage nach einem tauglichen Nutzungs- und Betriebskonzept (inklusive Wirtschaftlichkeitsrechnung). Allzu oft wird jedoch vorschnell ein Planer beauftragt, ehe die Projektgrundlagen und Abhängigkeiten zu anderen Institutionen und Projekten benannt worden sind. Das Resultat ist dann die Ausarbeitung volumetrischer Optionen, nicht aber von strategischen Optionen für die betroffenen Gemeinden. Als Spezialist für die strategische Nutzungs- und Betriebskonzeption verfügt BPM Sports über mehr als 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich.

Was zeichnet also ein gutes Nutzungs- und Betriebskonzept aus? Im Grundsatz umfasst es drei prägende Ebenen:

  • Strategisch-konzeptionell: Zweck, Zielgruppen, Angebot, Business-Case, Strategie, Trägerschaft
  • Operativ-konzeptionell: Maximale Auslastung und Nutzung mit Mehrwert
  • Operativ: Personalbedarf, Wartung, Besuchermanagement, Eigenfinanzierung des Unterhalts

Auf der strategischen Ebene gilt es die Frage nach der Daseinsberechtigung – dem Zweck der Anlage – zu beantworten. Diesen gilt es zu schärfen und gegenüber sämtlichen Stakeholdern klar zu definieren. Je besser das gelingt, desto einfacher verläuft im Anschluss auch die Kommunikation mit den Steuerzahlenden sowie den ultimativ in die Planung involvierten Parteien.

Zu den zentralen Elementen gehören:

Politische Leadership: Sportanlagenprojekte benötigen breite Unterstützung. Eine wahrnehmbare, kontinuierliche und starke politische Führungsarbeit ist deshalb unabdingbar.

Adressierte Zielgruppen: Es gilt die Nutzergruppen und deren Bedürfnisse zu identifizieren. Dazu gehört das Erfassen von Routinen und Erwartungen, aber auch von künftigen Entwicklungen. Daraus abgeleitete Frequenzen und Kapazitäten sind zentral, um die Anlage sowohl für Nutzer:innen und Betreiber:innen optimal auszulasten.

Geschärftes Angebot: Raumangebot und Funktionalitäten werden zielgerichtet formuliert, mit einem Fokus auf Energie- und Personalkosten. Diese richten sich nach den formulierten Bedürfnissen, mit direkten Auswirkungen auf die Folgekosten einer Anlage.

Erstellungskosten vs. Folgekosten: Letztere stehen (zu) oft im Schatten und rücken tendenziell erst in einer späteren Projektphase in den Fokus. Dabei ist eine frühzeitige Betrachtung der Folgekosten hilfreich, um die finanzielle Tragfähigkeit einer Anlage sicherzustellen.

Anlagenstrategie: Ein wirksamer Hebel, um Betriebskosten und Ertragspotentiale vorherzusehen. Gerade bei saisonalen Anlagen wie Freibädern oder Eissportanlagen können komplementäre oder ergänzende Angebote Erträge steigern und den Ressourcenbedarf beeinflussen.

Trägermodell: Hier ist die Vielfalt der Modelle gross. Verschiedene Organisationsformen (Verwaltungen, Aktiengesellschaften, Private-Public-Partnerships) bieten unterschiedliche Vorteile, wobei sich die PPPs in den letzten Jahren zunehmend etablieren konnten und speziell dem wenig rentablen Vereins- und Breitensport neue Möglichkeiten bieten.

Weitere Erfolgsfaktoren auf operativ-konzeptioneller und operativer Ebene sind:

Auslastung: Eine hohe Auslastung zu generieren, ist eine Herausforderung. Denn nicht immer geht diese aufgrund unterschiedlicher Kaufkraft der Zielgruppen sowie unvermeidbarem Verschleiss mit Rentabilität einher. Ein entscheidender Punkt sind zudem Garderoben und Ladeflächen. Wurden sie beim Bau aus Spargründen vernachlässigt, wirkt sich dies negativ auf Kapazitäten und damit auf die maximale Auslastung aus.

Personal: Mitarbeitende von Sportanlagen sind Identifikationsfaktoren. Um dieses Potential optimal zu fördern, gilt es Betriebswege kurz und übersichtlich zu halten und effiziente Arbeitsabläufe zu gestalten. Diese können mit dem entsprechenden Layout der Anlage sowie der einzelnen Räume gewährleistet werden.

Fazit: Ein Nutzungs- und Betriebskonzept für Sportanlagen ist ein komplexes Zusammenspiel aus strategischen, operativen und wirtschaftlichen Faktoren. Richtig zusammengestellt und angewandt, bildet es die Voraussetzung für den langfristigen Erfolg und die Rentabilität einer Anlage.

BPM Sports ist ein schweizweit tätiger Spezialist für öffentlich-rechtliche Sportinfrastrukturen mit Sitz in Bern. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Beratung, Begleitung und Unterstützung unterschiedlichster Sportanlagenprojekte – und -betriebe, gehört das 2006 von Inhaber Rainer Gilg gegründete Unternehmen zu den führenden Dienstleistern in diesem Bereich.

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