Deutliche Mehrheit akzeptiert Windparks

Drei Viertel der St.Galler Bevölkerung würde einem Windpark auf dem Stadtgebiet zustimmen. Das zeigt eine Studie der Universität St.Gallen. Die Gegner lehnen ihn aber deutlich emotionaler ab, als die Befürworter zustimmen. Die Herkunft der Windräder aus Europa würde die Akzeptanz stärken.

St.Gallen, Mai 2026

Die Bevölkerung in und um St.Gallen würde einem Windpark auf dem Hügel Peter und Paul mit einer deutlichen Mehrheit zustimmen. Das zeigt laut einer Mitteilung eine Studie der Universität St.Gallen zum hypothetischen Windpark Petra und Paula.

Danach würden 45,3 Prozent mit Ja und 30,1 Prozent mit Eher Ja zustimmen. In der Stadt St.Gallen selbst antworteten sogar 52 Prozent der Befragten mit einem klaren Ja. Nur 11 Prozent aller Befragten lehnten den Windpark klar ab.

Die Studie hat aber auch die Intensität der Gefühle untersucht, mit der die Befragten reagiert haben. Dabei lehnten die Gegnerinnen und Gegner den Windpark deutlich stärker ab, als die Befürwortenden ihm zustimmten. „Wir beobachten eine asymmetrische emotionale Aktivierung – lediglich 11 % der Befragten würden den Windpark ‚Petra und Paula‘ ablehnen. Diese Gruppe bringt jedoch starke Gefühle zum Ausdruck, was ihr oft überproportional viel Aufmerksamkeit beschert“, wird Studienleiterin Martina Rothenberger in der Mitteilung zitiert.

Die Herkunft der Windräder hat einen Einfluss auf die Entscheidung. Windräder aus Dänemark erhöhen die Akzeptanz, Technologie aus den USA oder China verringern sie. Auch das verwendete Material hat Folgen: Stahl und Holz erhöhen die Akzeptanz, Beton verringert sie. Die Beteiligung der Standortgemeinde hat dagegen einen geringeren Einfluss auf die Haltung zum Windpark.

Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Einfluss finanzieller Beteiligung auf die Dynamik gesellschaftlicher Akzeptanz von Windenergie“ (PARTI-DYNACCEPT), das vom Bundesamt für Energie (BFE) gefördert und vom Kanton St.Gallen unterstützt wird. Für sie wurden 322 Menschen befragt, die in der Stadt St.Gallen oder einer der 28 Gemeinden im Umland befragt. Sie wurden bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht ausgewählt.

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