Das Vertrauen der Konsumenten bricht ein

Im März 2026 liegt die Konsumentenstimmung in der Schweiz bei - 43 Punkten. 8 Punkte unter dem Niveau des Vorjahres und der tiefste Stand seit Anfang 2024. Die Haushalte blicken pessimistischer auf Wirtschaft, Finanzen und grosse Anschaffungen. Geopolitische Spannungen drücken auf die Stimmung. Das SECO hat die Daten im April publiziert.

April 2026

Der Rückgang ist abrupt. Noch im Januar und Februar 2026 bewegte sich der Index bei rund – 30 Punkten und lag damit leicht über dem Vorjahresniveau. Der Einbruch im März auf – 43 Punkte ist damit einer der stärksten monatlichen Rückgänge der letzten Jahre. Die Wende kam schnell und trifft mehrere Bereiche gleichzeitig.

Wo die Stimmung am stärksten kippt
Drei der vier SECO-Teilindizes liegen klar unter dem Niveau von März 2025. Die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung sind am stärksten eingebrochen. Auch die erwartete finanzielle Lage der Haushalte und die Bereitschaft zu grösseren Anschaffungen haben deutlich nachgegeben. Einzig der Blick auf die vergangene finanzielle Lage blieb gegenüber dem Vorjahr stabil.

Geopolitik als Stimmungskiller
Als zentraler Auslöser gilt der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise. Die Inflationserwartungen sprangen im März markant nach oben: von 98,3 auf 121,4 Punkte. Gleichzeitig stiegen die Arbeitslosigkeitserwartungen. Beides belastet das Vertrauen der Haushalte direkt und spürbar.

Was das für den Konsum bedeutet
Sinkende Konsumentenstimmung ist kein bloss statistisches Signal. Sie zeigt, dass Haushalte grössere Ausgaben aufschieben und auf Sicherheit setzen. Für Detailhandel, Immobilienmarkt und Bauindustrie bedeutet das, weniger Impulse aus dem Binnenkonsum, zumindest kurzfristig. Trading Economics erwartet eine schrittweise Erholung auf rund – 34 Punkte bis Mitte 2026 und – 26 Punkte bis 2028.

Ob sich die Stimmung erholt, hängt stark von der geopolitischen Lage und der Preisentwicklung ab. Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich bislang robust, doch das Vertrauen der Konsumenten ist ein Frühindikator. Wenn die Kauflaune anhaltend gedämpft bleibt, folgen die Wachstumszahlen meist mit Verzögerung.

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