Biel zieht sein Liegenschaftsportfolio straffer an
Biel ordnet sein weit verzweigtes Immobilienportfolio neu. Der Gemeinderat hat im August 2026 eine strategische Grundlage verabschiedet, damit Unterhalt, Investitionen, Schulraum und Bodenpolitik nicht länger auf verstreuten Daten und Zuständigkeiten beruhen.
Der politische Schritt markiert mehr als eine Organisationsfrage. Die Stadt will Gebäude, Grundstücke und Baurechte erstmals übergreifend erfassen, damit Sanierungen, Instandsetzung und Neubauten auf einer gemeinsamen Datengrundlage priorisiert werden können. Bislang liegen Informationen teils verteilt in Abteilungen, Excel-Dateien und Papierarchiven.
Bereits im September 2025 beantragte der Gemeinderat für ein zentrales Immo-Tool einen Kredit von 2 Mio. Franken. Dieses System soll die bisher dezentralen Prozesse digital bündeln. Gemäss damaligem Projektfahrplan läuft die Einführung seit dem 1. Oktober 2025 schrittweise, der Abschluss des Gesamtprojekts ist für das 3. Quartal 2027 vorgesehen.
Strategie für August 2026 beschlossen
Neu ist, dass der Gemeinderat im August 2026 die strategische Grundlage für die Steuerung der städtischen Immobilien im Finanz- und Verwaltungsvermögen verabschiedet hat. Sie dient als Basis für eine koordinierte Planung von Unterhalt, Instandsetzung und Neubau. Für die Branche ist das relevant, weil damit Investitionsentscheide, Flächenreserven und betriebliche Anforderungen nicht mehr isoliert behandelt werden sollen.
Die Stadt verknüpft die neue Steuerung zudem mit ihrer Raum- und Bodenpolitik. Im Portfolio liegen neben öffentlichen Gebäuden auch renditeorientierte Liegenschaften sowie Grundstücke, die strategisch für spätere Entwicklungen gesichert werden. Im Ausgangsmaterial genannt werden zudem mehr als 600 Grundstücke im Baurecht und rund 100’000 Quadratmeter unbebaute Flächen, insbesondere in Boujean, die für Gewerbe und Industrie vorgesehen sind.
14 Handlungsfelder setzen den Rahmen
Die strategische Grundlage arbeitet mit 14 Handlungsfeldern. Dazu gehören eine zentrale Datengrundlage, die langfristige Planung von Verwaltungs- und Schulräumen sowie Klimaziele für den Bestand. Städtische Bauten sollen bis 2040 Netto-Null-Emissionen erreichen. Gleichzeitig will Biel die Rollen zwischen Eigentümervertretung, Bewirtschaftung und Betrieb klarer trennen.
Ganz abgeschlossen ist der Umbau noch nicht. Für das 3-Rollen-Modell ist ein weiterer politischer Schritt vorgesehen. Spätestens im Mai 2027 soll dem Stadtrat ein Bericht zur konkreten Ausgestaltung vorgelegt werden. Erst dann wird sichtbar, wie tief die neue Immobiliensteuerung in die laufende Bewirtschaftung und in künftige Beschaffungs- und Investitionsentscheide eingreift.