Andermatt erweitert die Sportszone deutlich

In Andermatt soll ein Sport- und Freizeitzentrum mit rund 5’000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Das Projekt verschiebt sich zwar bis 2032/33, schliesst aber eine zentrale Angebotslücke zwischen Dorfkern, Andermatt Reuss und dem Ganzjahrestourismus.

Visualisierung/Quelle: Andermatt Swiss Alps AG

Juni 2026

Andermatt plant den nächsten grossen Baustein seiner Tourismus- und Ortsentwicklung deutlich grösser als einst vorgesehen. Aus dem früher angedachten Hallenbad mit Fitnessraum wird ein Sport- und Freizeitzentrum mit rund 5’000 Quadratmetern Nutzfläche. Damit rückt nicht einfach ein Freizeitangebot näher, sondern ein Stück Dorfmitte, das Andermatt Dorf und Andermatt Reuss funktional stärker zusammenbinden soll.

Vorgesehen sind ein 25-Meter-Becken, ein Familienbad mit Aussenbereich, Spa, Fitness- und Yogaräume, Kletterangebote, Padelplätze, Bowling, Restaurant, Kids Club sowie im Winter ein Eisfeld und ein Eventplatz. Nach verfügbaren Angaben soll das Baugesuch in den nächsten Wochen eingereicht werden. Die Eröffnung ist für 2032/33 vorgesehen, der Baustart für 2027.

Vom Freizeitbaustein zum Dorfanker
Der eigentliche Nachrichtenwert liegt weniger in der reinen Grösse des Programms als in seiner Rolle im Gesamtareal. Die Sportszone war bereits im Masterplan von 2008 angelegt, wird nun aber als sozialer und räumlicher Knoten neu aufgeladen. Für Andermatt ist das relevant, weil das Resort in den vergangenen Jahren vor allem mit Hotels, Zweitwohnungen, touristischer Infrastruktur und Bergbahnausbau gewachsen ist. Wetterunabhängige Angebote für Familien und für den Alltag vor Ort blieben dagegen begrenzter.

Genau diese Lücke soll das Zentrum schliessen. Es richtet sich nicht nur an Gäste, sondern ausdrücklich auch an die lokale Bevölkerung und an Zweitwohnungsbesitzer. Dass die Gemeinde Andermatt bei der Entwicklung eine Umfrage und einen öffentlichen Workshop durchgeführt hat, zeigt zudem, dass das Projekt nicht bloss als Zusatzangebot für den Tourismus gelesen werden will. Es soll ein nutzbarer Treffpunkt im Alltag werden.

Lange Zeitschiene bleibt der Haken
So ambitioniert das Vorhaben ist, so auffällig bleibt der Zeitplan. Öffentlich angekündigt wurde ein Sportzentrum in Andermatt schon vor vielen Jahren. Nun liegt erstmals ein stark ausgebautes, konkreter beschriebenes Programm vor. Bis zur geplanten Eröffnung 2032 oder 2033 bleibt der Weg dennoch lang. Für die Standortentwicklung ist das entscheidend: Der Mehrwert für Belebung, Aufenthaltsqualität und Ganzjahresnutzung entsteht erst, wenn das Projekt tatsächlich gebaut und betrieben wird.

Betrieben werden soll die Anlage gemeinsam von Andermatt Swiss Alps AG und der Gemeinde Andermatt. Das ist für die spätere Bewirtschaftung ein wichtiger Punkt, weil ein solches Haus zwischen touristischem Angebot, öffentlicher Nutzung und saisonalen Spitzen wirtschaftlich tragfähig geführt werden muss. Die Sportszone wird damit zum Test, ob Andermatt den Schritt vom alpinen Resort mit Spitzenangeboten hin zu einem breiter nutzbaren Ort im Alltag weiterziehen kann.

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