Luzern spart Millionen mit Schätzungen vom Bürotisch

Luzern hält an der digitalen Immobilienbewertung fest. Ein Wirkungsbericht bescheinigt dem seit 1. Januar 2022 geltenden System jährliche Einsparungen von 1,5 Millionen Franken, weniger Einsprachen und keinen unmittelbaren Korrekturbedarf.
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Luzern spart Millionen mit Schätzungen vom Bürotisch

Foto von Rich Martello auf Unsplash

Darum gehts

KI-generiert
  • Luzern spart mit digitaler Bewertung jährlich 1,5 Millionen Franken.
  • Seit Januar 2022 ersetzt Luzern viele Augenscheine vor Ort.
  • Der Wirkungsbericht sieht weniger Einsprachen und keinen Handlungsbedarf.

Der Kanton Luzern hatte die Vereinfachung des Schatzungswesens 2019 politisch abgesichert und per 1. Januar 2022 in Kraft gesetzt. Kern der Reform war der weitgehende Ersatz von Augenscheinen vor Ort durch standardisierte Bewertungsverfahren. Parallel dazu wurden die Regeln zur Immobilienbewertung ins Steuergesetz überführt und das frühere Schatzungsgesetz aufgehoben.

Für Eigentümer, Bewerter und Gemeinden ist der Befund brisant, weil die Reform einen heiklen Zielkonflikt entschärft. Im Vorfeld standen Befürchtungen im Raum, die neue Methode könnte zu höheren Steuerwerten und mehr Konflikten führen. Laut dem nun vorliegenden Wirkungsbericht sieht die Regierung das Gegenteil bestätigt. Das Sparziel von jährlich 1,5 Millionen Franken sei erreicht, die Katasterwerte nur leicht gestiegen und die Zahl der Einsprachen spürbar gesunken.

Automatisierung bleibt gesetzt
Die Luzerner Regierung leitet aus dem Bericht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf ab. Das ist ein klares Signal zugunsten des digitalisierten Verfahrens. Für die Branche bedeutet das vor allem Planungssicherheit bei einer Bewertungslogik, die ohne flächendeckende Vor-Ort-Termine auskommt und sich auf standardisierte Datenmodelle stützt.

Zur technischen Grundlage gehört auch die öffentliche Landwertkarte des Kantons. Deren Erfassung und Publikation ist Teil des Projekts LuVal. Laut den Metadaten des Kantons basiert die Berechnung der Landwerte auf einem hedonischen Modell, das Mikro- und Makrolagefaktoren berücksichtigt. Der Schatzungszyklus wurde im Zuge der Reform auf fünf Jahre festgelegt.

Nächster Schritt liegt beim Kantonsrat
Dem Kantonsrat soll der Wirkungsbericht Anfang 2027 vorgelegt werden. Ein unmittelbarer Richtungswechsel ist daraus jedoch nicht zu erwarten, weil das Parlament das Dokument laut Regierung lediglich zur Kenntnis nehmen kann. Damit spricht derzeit vieles dafür, dass Luzern am digitalen Bewertungsmodell festhält und den eingeschlagenen Kurs im Schatzungswesen fortsetzt.