Die Eigentümerin hat das Baugesuch für das Areal an der Morillonstrasse und am Rosenweg bereits eingereicht. Damit ist der Ersatzneubau im Prüfverfahren der Stadt Bern, während für die bestehenden Mietverhältnisse eine harte Frist im Raum steht. Spätestens bis Ende September 2027 sollen die Wohnungen geräumt sein, erste Bauarbeiten sind nach heutigem Stand im vierten Quartal 2027 vorgesehen.
Mehr Dichte auf gleichem Areal
Geplant sind 42 Wohnungen mit 2½ bis 5½ Zimmern. Heute befinden sich auf dem Areal 27 Wohnungen. Hinzu kommen ein Atelier oder Studio sowie eine Einstellhalle mit 27 Parkplätzen. Im Untergeschoss sind ausserdem Velo-, Keller- und Technikräume vorgesehen. Für die Eigentümerin ist das Projekt damit nicht bloss ein Ersatz, sondern eine klare Verdichtung an gut erschlossener Lage im Weissenbühl.
Abriss statt Sanierung
Die Pensionskasse Kanton Solothurn hatte das Entwicklungsareal im Juli 2024 erworben und führt Bern an der Morillonstrasse inzwischen selbst als Bauprojekt im Portfolio. Sie begründet den Abbruch mit dem baulichen Zustand der Bestandsbauten und der fehlenden Wirtschaftlichkeit einer Sanierung. Vorgesehen sind eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage. Das gesamte Investitionsvolumen liegt laut den vorliegenden Angaben inklusive Kauf bei etwas über 40 Millionen Franken.
Heikler Punkt bleiben die Mieten
Zu den künftigen Wohnungsmieten liegt bislang keine konkrete Zahl vor. Die Eigentümerin spricht von quartierüblichen Marktmieten. Gerade das macht den Fall im angespannten Berner Wohnungsmarkt brisant, denn mehrere heutige Mietparteien rechnen damit, im gleichen Preissegment kaum Ersatz zu finden. Nach Angaben der Stadt ist auf dem Areal kein preisgünstiger Wohnraum vorgeschrieben.
Widerstand kann den Fahrplan bremsen
Ein Teil der Mieterschaft will den Auszug rechtlich hinauszögern. Das ändert nichts daran, dass das Verfahren planerisch bereits läuft. Für Projektentwickler und Bestandshalter zeigt der Fall exemplarisch, wie Ersatzneubauten in urbanen Wohnquartieren zwar zusätzliche Wohnungen schaffen, politisch und sozial aber rasch zum Konfliktfall werden.
