Neuenhof lockert Dichtebremse für 200 Wohnungen
Am Rand von Neuenhof könnte doch ein neues Quartier mit rund 200 Wohnungen entstehen. Der Gemeinderat akzeptiert für den Gestaltungsplan Üsseri Gassächer nach Widerstand nun eine höhere Dichte von 220 Einwohnern pro Hektare und hält damit ein seit Jahren vorbereitetes Projekt im Rennen.
Der Gestaltungsplan Üsseri Gassächer liegt in Neuenhof zur öffentlichen Mitwirkung auf. Im Gebiet zwischen Güterstrasse, Chrüzlibergweg, Hafnerweg und Hinterhagweg soll auf rund zwei Hektaren ein neues Quartier mit rund 200 Wohnungen entstehen. Die Überbauung war politisch fast ausgebremst worden, weil der Gemeinderat die vorgesehene Dichte zunächst auf 160 Einwohner pro Hektare drücken wollte.
Nach Einwänden der Bauherrschaft akzeptiert die Gemeinde nun doch eine Obergrenze von 220 Einwohnern pro Hektare. Damit bleibt das seit rund sieben Jahren bearbeitete Vorhaben grundsätzlich auf Kurs. Bereits in die Planung investiert worden seien rund 350’000 Franken. Für die Eigentümer wäre eine Reduktion der Geschossigkeit ein tiefer Eingriff in das ausgearbeitete Richtkonzept gewesen.
Mehr als nur Wohnraum
Vorgesehen ist keine reine Wohnsiedlung. Entlang der Güterstrasse sind rund 1’500 Quadratmeter Gewerbe- und Atelierflächen im Erdgeschoss eingeplant. Genannt werden Nutzungen wie Gastronomie, Verkauf oder quartiernahe Dienstleistungen. Am Hinterhagweg sind eine Kindertagesstätte, ein Quartiertreff und darüber Alterswohnungen vorgesehen. Ein Quartierplatz mit Grünräumen, Baumreihen, Aufenthalts- und Spielflächen soll dem Areal eine öffentliche Mitte geben.
Das Projekt setzt zudem auf kompakte Erschliessung und technische Reserven. Geplant sind zwei Tiefgaragen mit insgesamt 267 unterirdischen Parkfeldern. Davon sind 30 Plätze für Personal der Gewerbe- und Gastronomieflächen reserviert. Für Kundschaft und Gäste sind zusätzlich 8 bis 15 Parkplätze vorgesehen, entlang der Güterstrasse weitere elf Kundenparkfelder. Die Parkierung soll so gebaut werden, dass Ladestationen für E-Mobilität später mit vertretbarem Aufwand nachgerüstet werden können.
Verdichtung am Dorfrand bleibt heikel
Politisch brisant blieb vor allem die Frage, wie dicht am Siedlungsrand gebaut werden soll. Gerade hier zeigt sich der Zielkonflikt vieler Gemeinden. Einerseits verlangen Kanton und Raumplanung eine haushälterische Bodennutzung und fördern verdichtete Bauweisen. Andererseits will die Gemeinde den Übergang zum Dorfrand zurückhaltender gestalten. Für Neuenhof ist der Entscheid trotzdem bedeutend, weil das Areal etappenweise entwickelt werden kann und bestehende Nutzungen damit langfristig in ein neues Quartier überführt werden sollen.
Ein fixer Baustart ist noch nicht bekannt. Zuerst läuft das Mitwirkungsverfahren zum Gestaltungsplan. Auf der Projektseite des planenden Architekturbüros wird Üsseri Gassächer in Neuenhof weiterhin als laufendes Vorhaben geführt.