Roche setzt 790 Millionen auf den Standort Basel

Roche investiert 790 Millionen Franken in die Zukunft seines Basler Stammareals. Mit Bau 51 und der Modernisierung des benachbarten Baus 50 entsteht bis Ende 2030 eine neue Produktionsinfrastruktur für synthetische Wirkstoffe. Das Projekt soll Forschung, Entwicklung und Produktion enger verbinden und Basel im globalen Produktionsnetzwerk des Konzerns stärken.

Von links nach rechts: Jörg Duschmalé, André Hoffmann, Luca Selva, Severin Schwan, Tarkan Dogru, Jan Leibundgut, Ta-Young Song, Alessia Carlaccini, Lukas Engelberger, Steffen Ulrich, Kaspar Sutter, Thomas Schinecker und Jürg Erismann. Bild: Roche

September 2026

Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Bau 50 wird modernisiert und erweitert. Direkt daneben entsteht Bau 51 als Neubau. Dafür wurde das frühere Produktionsgebäude Bau 66 abgebrochen.

Bau 51 wurde von Luca Selva Architekten geplant. Der Neubau soll sieben Geschosse umfassen, 40 Meter hoch werden und eine Bruttogeschossfläche von rund 6’700 Quadratmetern aufweisen. Bau 50 misst rund 5’240 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Zusammen sollen die Gebäude möglichst viele Schritte der Wirkstoffentwicklung und Produktion unter einem Dach bündeln.

Digitaler werden, schneller werden
Roche will in der SMF moderne Produktionstechnologien mit digitaler Infrastruktur und künstlicher Intelligenz verknüpfen. Das Ziel ist nicht allein höhere Kapazität. Im Zentrum stehen komplexere Wirkstoffe, kürzere Übergänge zwischen Entwicklung und Produktion sowie eine flexiblere Fertigung.

Diese Ausrichtung ist für den Life-Sciences-Standort Basel bedeutsam. Konkurrenz entsteht heute nicht nur über Forschungserfolge. Sie entsteht über die Fähigkeit, neue Therapien zuverlässig, effizient und unter hohen regulatorischen Anforderungen herzustellen. Moderne Produktionsinfrastruktur wird damit zum strategischen Standortfaktor.

200 Fachkräfte, nicht 200 neue Stellen
Die neue Anlage ist für rund 200 hochqualifizierte Mitarbeitende ausgelegt. Roche bezeichnet diese Zahl als Arbeitsplätze in der SMF. Nach Angaben des Standortleiters wechseln jedoch Mitarbeitende aus bestehenden Produktionsbereichen in die neue Arbeitsumgebung. Es handelt sich somit nicht zwingend um 200 zusätzliche Stellen.

Diese Präzisierung ist wichtig. Der direkte Beschäftigungseffekt liegt weniger in einem grossen Stellenaufbau als in der langfristigen Sicherung und Modernisierung anspruchsvoller Produktionsarbeit am Standort Basel.

Ein Standortbekenntnis mit Dimension
Mit der Grundsteinlegung am 21. September hat Roche den Bau offiziell gestartet. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2030 vorgesehen. Die Investitionssumme für die SMF stieg gegenüber der Ende 2023 kommunizierten Erwartung von 570 Millionen auf 790 Millionen Franken.

In Basel und Kaiseraugst investiert Roche derzeit insgesamt rund 1,4 Milliarden Franken in laufende Bauprojekte. Das ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort. Gleichzeitig zeigt es, dass ein globaler Pharmakonzern seine Wettbewerbsfähigkeit nicht nur in Forschungslabors sichert. Sie entsteht ebenso in Anlagen, in denen aus neuen Molekülen verlässliche Medikamente werden.

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