Horw zündet das 568-Millionen-Projekt
In Horw liegt das Baugesuch für den neuen Campus öffentlich auf. Der Kanton bringt damit sein grösstes Bildungsbauvorhaben in die nächste Phase. Geplant sind Neubauten, Sanierungen und ein Umbau im laufenden Betrieb bis 2036 bei deutlich reduzierten Parkplätzen.
Mit der öffentlichen Auflage ist aus dem lange vorbereiteten Campus Horw ein konkretes Bewilligungsverfahren geworden. Der Kanton Luzern rechnet nach Abschluss der Bauprojektphase mit Kosten von rund 568 Millionen Franken und will die Anlage in mehreren Etappen erneuern und erweitern.
Der Zeitplan ist eng und lang zugleich. Wenn das Verfahren ohne grössere Verzögerungen durchläuft, sollen die Arbeiten 2027 starten. Die ersten Neubauten für die Pädagogische Hochschule Luzern und die Hochschule Luzern Technik & Architektur sind ab 2031 bezugsbereit, die sanierten Bestandsbauten ab 2034. Der Abschluss mit einem weiteren Neubau und neuen Aufenthaltsflächen ist für 2036 vorgesehen.
Fast verdreifachte Fläche
Die Dimensionen erklären, warum das Projekt für Horw und den Kanton herausragt. Aus heute rund 23’000 Quadratmetern wird ein Campus mit rund 58’600 Quadratmetern Hauptnutzfläche. Auf dem modernisierten Areal sollen künftig rund 4’000 Studierende und 1’000 Mitarbeitende lernen und arbeiten. Finanziert und später betrieben wird der Standort über die Immobilien Campus Luzern-Horw AG, die im Sommer 2026 gegründet werden soll.
Bauen unter laufendem Betrieb
Für die Immobilien- und Baupraxis liegt die eigentliche Herausforderung im Bauablauf. Der neue Campus entsteht nicht auf freier Fläche, sondern während Unterricht und Forschung weiterlaufen. Der Kanton will damit teure Provisorien weitgehend vermeiden. In der ersten Etappe entstehen die Gebäude A und E sowie eine Erweiterung von Gebäude F. Danach folgen die Sanierung und teilweise Aufstockung der Gebäude B, C und D. Erst am Schluss wird der bisherige Trakt IV durch das neue Gebäude H ersetzt.
Mobilität wird zum Reibungspunkt
Brisant bleibt die Erschliessung. Trotz deutlich mehr Menschen auf dem Areal soll der Autoverkehr nicht im gleichen Mass wachsen. Das Parkplatzangebot wird deshalb reduziert, während Velo-Infrastruktur, Mobilitätsmanagement und die Anbindung an den Bahnhof Horw ausgebaut werden. Genau dieser Umbau der Mobilität dürfte im Bewilligungsverfahren genauer beobachtet werden als die Visualisierungen der neuen Gebäude.