Mobilität Limmattal 2050

Wie entwickelt sich die Mobilität im Limmattal bis 2050? Welche Anforderungen ergeben sich daraus für Siedlungsentwicklung und Verkehrsangebot? Und welche Faktoren beeinflussen das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung künftig?

August 2026

Gemeinsamer Prozess mit Gemeinden und Regionen
Seit dem letzten Gesamtverkehrskonzept Limmattal 2005 sind 20 Jahre vergangen und der Lebens- und Wirtschaftsraum im Limmattal hat sich seither stark verändert. Die Kantone Zürich und Aargau erarbeiten aktuell in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den regionalen Planungsverbänden ZPL, Baden Regio und MRK ein regionales Gesamtverkehrskonzept Limmattal.

Das Limmattal wächst, Verkehr und Mobilität verändern sich
Das Limmattal ist in den letzten 20 Jahren stark gewachsen. Das grösste Wachstum entfällt auf Schlieren, Dietikon und Spreitenbach. Auch künftig wird in diesen drei Gemeinden ein überdurchschnittliches Wachstum der Bevölkerung, aber auch der Arbeitnehmenden erwartet. Dies erhöht den Druck auf die Siedlungs- und Verkehrsflächen. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Limmattalbahn, verschiedene Strassenausbauten und der Ausbau A1-Nordumfahrung realisiert. Dennoch belasten Stau und Ausweichverkehr das lokale Netz und schmälern die Attraktivität des ÖV sowie des Velo- und Fussverkehrs. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs bleibt hoch, gleichzeitig gewinnt der öffentliche Verkehr an Bedeutung, auch dank der Limmattalbahn. Trends wie Homeoffice und Online-Shopping dämpfen zwar die Verkehrszunahme beim Individualverkehr, dennoch bleiben die Planbarkeit der Reisezeiten und der begrenzt verfügbare Raum zentrale Herausforderungen. Der Wirtschaftsverkehr ist sowohl Verursacher von Liefer- und Gewerbefahrten als auch selbst betroffen, da es durch Stau und fehlende Umschlagsflächen zu Verspätungen kommt. Um die Herausforderungen von Transportbetrieben, Gewerbe und Produktion besser zu verstehen und um Datenlücken zu schliessen, wurden im März 2026 gemeinsam mit der Limmatstadt AG Webinare und eine Umfrage durchgeführt.

Ziel ist eine zukunftsorientierte Mobilität im Limmattal
Mit dem rGVK soll im urbanen Raum die Verlagerung des privaten Alltags- und Freizeitverkehrs vom MIV hin zum ÖV sowie zum Fuss- und Veloverkehr gefördert werden. Ein hoher Anteil an Personen, die mit dem ÖV, zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind, entlastet sowohl das Strassennetz als auch die Parkier- und Abstellflächen im öffentlichen Raum. Dadurch können die vorhandenen Verkehrsinfrastrukturen und -angebote effizienter genutzt werden, sodass insbesondere die Reisezeiten auf der Strasse, sowohl für den Bus- als auch für den Wirtschaftsverkehr, verlässlicher und besser planbar werden.

Gemeinden erarbeiten gemeinsam mit dem Kanton Massnahmenansätze
Auf Grundlage der definierten Ziele beginnt nun die Erarbeitung von Massnahmenansätzen bis Sommer 2026. Diese sollen alle Verkehrsmittel berücksichtigen, vom MIV über den ÖV und den Wirtschaftsverkehr bis hin zum Fuss- und Veloverkehr. Zu diesem Zweck sind unter anderem weitere Workshops mit den Gemeinden vorgesehen. Auch die Erkenntnisse aus den Webinaren mit Wirtschaftsvertretenden sowie aus der Umfrage werden in die nächsten Schritte einfliessen.

Ausblick
Ab Frühjahr 2027 soll das rGVK Limmattal als Orientierungsrahmen für die verkehrliche Entwicklung der kommenden 15 bis 25 Jahre dienen. Die konkreten Massnahmen werden anschliessend in den Kantonen, Regionen und Gemeinden weiterbearbeitet und schrittweise umgesetzt.

Text: Nora Fritschi • Bild: immoMedia GmbH

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