Der Bericht des Bundesamts für Raumentwicklung ARE hält Wegweisendes fest. Die Hochspannungsfreileitung All’Acqua, Vallemaggia, Magadino wird im Bereich der geschützten Moorlandschaft unterirdisch verlegt. Das Unterwerk Magadino wird im Zuge seiner Sanierung verkleinert. Swissgrid baut eine neue doppelte 220-kV-Leitung auf rund 66 Kilometern. Nach Abschluss aller Projekte in der Region können über 70 Kilometer Freileitungen abgebaut werden.
Koordination als Prinzip
Was diese Planung besonders macht, ist ihr integrativer Ansatz. Seit 2013 arbeiten Kanton, Swissgrid, SBB und die Azienda Elettrica Ticinese AET an einer Gesamtvision für die Tessiner Stromnetze. Die erste Phase brachte bereits ein konkretes Ergebnis. Über 60 Kilometer Höchstspannungsleitungen in Leventina und Vallemaggia werden nach Erneuerung der Infrastruktur überflüssig. Der Doppelspurausbau der Bahn zwischen Contone und Tenero wird in Etappen realisiert, wobei das Bündelungspotenzial mit neuen Stromleitungen geprüft wird.
Ein Kanton, der Energie als Raumfrage begreift
Das Tessin produziert jährlich rund 3624 Gigawattstunden Strom aus Wasserkraft und liegt damit auf Rang drei der Schweizer Kantone. Energie ist hier weit mehr als technische Grundversorgung. Sie formt das Landschaftsbild, bestimmt Trassenführungen und beeinflusst die Entwicklungsfähigkeit ganzer Regionen. Die Magadinoebene zeigt exemplarisch, dass wirtschaftliches Wachstum und ökologische Verantwortung im selben Planungsraum zusammenfinden.
Was Investoren daraus lesen
Wer über Logistik, Gewerbe oder grössere Entwicklungsachsen im Tessin nachdenkt, berührt unweigerlich diesen Raum. Infrastrukturpolitik entscheidet hier direkt über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die Magadinoebene liefert den Beweis, dass vorausschauende Koordination Vertrauen schafft und Projektunsicherheiten reduziert. Genau das suchen Investoren.
