80 Meter, 1000 Wohnungen, ein Stadtrat unter Druck
Wo früher Messgeräte vom Band liefen, soll bald eine neue Stadtmitte stehen. Das LG-Areal direkt beim Bahnhof Zug ist eine der grössten Stadtentwicklungschancen der Zentralschweiz und eine der umstrittensten. Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben, der grosse politische Kampf beginnt erst jetzt.
Das 93’000 Quadratmeter grosse LG-Areal gehört fünf verschiedenen Grundeigentümern, darunter die Stadt Zug selbst. Jahrzehntelang war das Gebiet ein reiner Arbeitsstandort. Nun soll es zu einem durchmischten Stadtquartier werden, mit Wohnen, Gewerbe, Freiräumen und Gleisgärten zwischen den Türmen.
Hochhäuser bis 80 Meter
Das städtebauliche Konzept setzt auf hohe Verdichtung. Gebäude bis 80 Meter Höhe sind vorgesehen, flankiert von grosszügigen Begrünungsflächen und Plätzen für ein angenehmes Stadtklima. Für bis zu 3900 Personen soll auf dem Areal Wohnraum entstehen. Eine neue 60 Meter lange Personen- und Velounterführung zwischen Gubel- und Feldstrasse soll das Quartier ans bestehende Stadtgefüge anbinden, die Kosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Franken.
Die Stadt kauft, das Volk entscheidet
Die Stadt Zug will auf einem 65 Millionen Franken teuren Grundstück eigene Wohnhäuser bauen, rund 60 Meter hoch, gezielt für preisgünstigen Wohnraum. Das Parlament hat dem Kauf bereits zugestimmt. Den letzten Entscheid trifft jedoch das Stimmvolk, die Abstimmung ist noch ausstehend.
Kritik am Förderanteil
Nicht alle sind zufrieden. Nur drei von 15 bewohnten Stockwerken sind als preisgünstiger Wohnraum geplant. Die ALG/CSP fordert mindestens die Hälfte. Auch die Vergabe sorgt für Diskussionen. Die Mitte will Stadtzuger bevorzugt berücksichtigen, der Stadtrat zeigt grundsätzlich Sympathie, doch ob das rechtlich zulässig ist, bleibt offen.
Erste Fakten noch vor Rechtskraft
Während die Politik berät, wird bereits gebaut. Am Zählerweg baut ein Bauherr ein 200 Meter langes Fabrikgebäude aus dem Jahr 1951 um. 60 neue Wohnungen in den oberen Etagen, Gewerbe im Erdgeschoss, Bezug bis Ende 2027 geplant.
Wie es weitergeht
Der Bebauungsplan kommt voraussichtlich im Herbst 2026 in den Grossen Gemeinderat, nach Beratung in den vorberatenden Kommissionen. Danach folgt die öffentliche Auflage. Die Rechtskraft wird frühestens 2027 erwartet.