661 Gebäude, ein Weckruf und 150 Millionen Franken
Der Kanton Freiburg besitzt 661 Gebäude. Viele davon sind marode, viele sind Energieschleudern und ohne Eingriff wird sich die Lage in wenigen Jahren drastisch verschlechtern. Der Grosse Rat hat mit 81 zu 4 Stimmen einen Rahmenkredit von 150 Millionen Franken bewilligt, um den Rückstand aufzuholen.
Was sich heute als «wichtiger Rückstand» bei der Gebäudeunterhaltung zeigt, ist das Ergebnis von Jahrzehnten unzureichender Investitionen. Zahlreiche Gebäude weisen laut Staatsrat einen kritischen Sanierungsbedarf auf. Ohne Eingriff werden viele Liegenschaften bis 2032 von der Kategorie «eher schlecht» in die Kategorie «schlecht» abrutschen. Bereits in der Vergangenheit mussten Sofortmassnahmen ergriffen werden, um Betriebsverbote, etwa für die Aula Magna der Universität Freiburg, abzuwenden.
Energie, Sicherheit, Wert
Das Programm verfolgt drei Ziele gleichzeitig. Die Energieeffizienz vieler Staatsgebäude gelten heute als echte Energieschleudern. Ein Widerspruch zu den kantonalen Klimazielen und zur Haushaltssanierung. Der Brandschutz und die Erdbebenvorsorge weisen in mehreren Gebäuden erhebliche Defizite auf und die Zustandsverschlechterungen kosten langfristig mehr als gezielte Sanierungen.
25 Millionen pro Jahr, 38 prioritäre Gebäude
Für den Zeitraum 2026 bis 2031 stehen jährlich durchschnittlich 25 Millionen Franken zur Verfügung. Im ersten Zyklus wurden 38 Gebäude als prioritär eingestuft. Dazu gehören die Gebäude PER 08 und 09 der Universität Freiburg, die Physik, Sportwissenschaften und Medizin beherbergen, sowie das Hauptgebäude des Collège du Sud in Bulle. Die Massnahmen umfassen Kesselerneuerungen, systematische Fenstersanierungen und die Optimierung von Heizungssteuerungen.
Zwei Phasen, ein langer Atem
Das Programm gliedert sich in eine Studien- und Priorisierungsphase 2026 bis 2027, gefolgt von der eigentlichen Umsetzung bis 2031. Der gesamte Sanierungshorizont erstreckt sich bis 2046. Damit übernimmt der Kanton nicht nur seine gesetzliche Pflicht als Eigentümer, sondern setzt auch einen wirtschaftlichen Impuls. Ein Grossteil der Mandate soll an regionale Unternehmen vergeben werden. Gesunde Arbeitsplätze und zeitgemässe Bildungsräume sind das Ziel, nicht nur renovierte Fassaden.