300 Wohnungen werden fit gemacht – niemand muss ausziehen

Die Siedlung «Unteres Bühl» in Oberwinterthur gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild. Nun packt die AXA Anlagestiftung das Grossprojekt an. Rund 300 Wohnungen werden saniert, 80 neue kommen dazu. Das Bemerkenswerteste dabei ist nicht das Volumen, sondern der Anspruch, alle Bewohnenden können bleiben. Eine Grosssiedlung macht sich fit, ohne sich selbst aufzugeben.

Bildquelle: AXA Anlagestiftung / unteresbuehl-winterthur.ch

April 2026

Zwischen 1974 und 1990 in drei Etappen erbaut, prägt das «Untere Bühl» den alten Ortskern von Oberwinterthur bis heute. Die Anlage gilt als schützenswert, einige Gebäude befinden sich noch weitgehend im Originalzustand. Ein Teil wurde bereits 2015 saniert, die übrigen holen diesen Schritt nun nach. Das Baugesuch wurde bewilligt, der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Niemand muss das Feld räumen
Was das Projekt auszeichnet, ist seine soziale Konsequenz. BNP Paribas hat die Sanierung als Asset Manager der AXA Anlagestiftung von Beginn an so konzipiert, dass alle Mieterinnen und Mieter in ihren Wohnungen bleiben können. Die Mieterschaft wurde früh eingebunden, mit Workshops zu Aussenraum und Gestaltung inklusive. «Unsere Mieterinnen und Mieter sind seit Jahren ein fester Bestandteil der Siedlung», sagt Pascal Messmer, Asset Manager bei BNP Paribas. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Projekt.

Anbauten, die sich nicht aufdrängen
Für die Erweiterung setzt die AXA auf bernath+widmer Architekten, die aus einer kooperativen Testplanung als Sieger hervorgingen. Die An- und Neubauten werden mehrheitlich aus Holz gebaut und nehmen den Charakter der bestehenden Gebäude bewusst auf. Es entstehen rund 80 schwellenfreie Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern. Eine Ergänzung zu den heute mehrheitlich grossen Bestandswohnungen. Im Erdgeschoss sind Wohnateliers, Gemeinschaftsflächen und eine Gewerbefläche geplant.

Park bleibt und wird lebendiger
Der parkähnliche Aussenraum mit Gemeinschaftsgärten, Spielplätzen und dem Kindergarten von 1977 bleibt erhalten. Das Landschaftsarchitekturbüro ghiggi paesaggi greift das ursprüngliche Freiraumkonzept von Fred Eicher auf und entwickelt es weiter. Neue Bepflanzung und begrünte Dachflächen stärken die Biodiversität und schaffen Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Auf den Dächern der Neubauten ist teilweise eine Begrünung geplant. Der zentrale Pavillon soll künftig öffentlich genutzt werden, etwa als Kita.

Etappenweise in die Zukunft
Die Umsetzung erfolgt in Etappen bis voraussichtlich 2028. Ihr Ziel ist ein Immobilienportfolio mit Netto-null-Emissionen bis 2050. Winterthur gewinnt nicht nur sanierten Bestand, sondern 80 neue Wohnungen in einer gewachsenen Siedlung, die weiss, wer sie ist.

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