Zug baut in Gimenen zuerst die Erschliessung aus
Auf dem städtischen Areal Gimenen in Zug liegt erstmals ein konkretes Bauvorhaben auf. Geplant sind die Verbreiterung der Gimenenstrasse und eine neue Buswendeschlaufe. Für den bislang diskutierten preisgünstigen Wohnungsbau fehlt dagegen weiterhin die planungsrechtliche Grundlage.
Seit dem 9. Juli 2026 liegt in der Stadt Zug das Baugesuch für die Sanierung der Gimenenstrasse und den Neubau eines Buswendeplatzes mit Wendeschlaufe auf dem städtischen Grundstück GS 3172 öffentlich auf. Vorgesehen sind zudem ein neuer Gehweg, die Verlegung der heutigen Endhaltestelle sowie ein Buswarteunterstand mit WC-Anlage. Damit konkretisiert sich in Gimenen vorerst nicht der Wohnungsbau, sondern die verkehrliche Erschliessung.
Dieser Schritt passt zur bisherigen Planungslage. Die Stadt führt im kommunalen Richtplan vom Januar 2025 für Gimenen eine bessere Erschliessung und eine Buswendeschleife als Entwicklungsbausteine. Gleichzeitig ist die wohnbauliche Nutzung weiter offen, weil für das rund 11’000 Quadratmeter grosse Areal zuerst eine Umzonung und danach ein qualitätssicherndes Verfahren nötig wären.
Verkehr vor Wohnbau
Das aufliegende Projekt reicht vom Einlenker Hasenbüelweg bis zum künftigen Buswendeplatz. Die Fahrbahn soll verbreitert und mit einem Gehweg ergänzt werden. Der Umbau reagiert auf betriebliche und sicherheitsrelevante Defizite an der heutigen Endhaltestelle, an der Busse bislang nicht in einer eigentlichen Schleife wenden können. Für die Quartierentwicklung ist das mehr als ein Detail, weil ohne leistungsfähigere Erschliessung spätere Nutzungsverdichtungen auf dem Hanggrundstück kaum belastbar planbar sind.
Initiative bleibt ohne baureifes Projekt
Politisch steht Gimenen weiter im Zusammenhang mit der 2023 angenommenen Initiative «2000 Wohnungen für den Zuger Mittelstand». Die Stadt hält selbst fest, dass die Initiative zuerst in das kommunale Recht überführt werden muss. In der zweiten Lesung der Ortsplanungsrevision, die der Grosse Gemeinderat ab Oktober 2026 beraten soll, steht preisgünstiger Wohnraum erneut im Zentrum. Für Gimenen heisst das jedoch noch nicht Baustart, sondern zuerst Zonenrecht, Verfahren und Klärung der baulichen Möglichkeiten an der anspruchsvollen Lage.
Nächste Schritte im Quartier
Mit dem Strassenprojekt setzt die Stadt einen Teil ihrer Quartierziele früher um als den Wohnbau. Im Richtplan sind neben der Buswendeschleife auch Freiraumaufwertungen sowie zusätzliche Fuss- und Veloverbindungen im Gebiet vorgesehen. Für Eigentümer, Planer und die lokale Politik ist damit klar, in welcher Reihenfolge das Areal entwickelt wird. Erst die Erschliessung wird konkret, der Wohnraum bleibt ein späterer Planungsschritt.