Wil plant seine Zukunft

Die Stadt Wil im Kanton St. Gallen plant den grössten städtebaulichen Neustart. Am 29. Mai 2026 versammelten sich rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Quartieren, Gewerbe, Immobilienbranche, Politik und Verwaltung zur vierten Ortsplanungskonferenz im Stadtsaal. Der achtstündige Workshop war kein symbolischer Akt, sondern ein konkreter Arbeitsschritt mit handfesten Ergebnissen.

Juni 2026

Die laufende Ortsplanungsrevision verfolgt laut Stadt Wil drei zentrale Ziele. Wil soll nach innen wachsen statt weiter ins Umland auszuufern. Mehr Lebensqualität durch grüne Stadträume schaffen und neue Quartiere mit klaren Regeln zur sozialen Durchmischung ausstatten. «Wir wollen Verdichtung, Freiraum, Mobilität und soziale Durchmischung aus einem Guss planen», erklärt Stadtrat Manuel Nick. Wer gross baut, soll künftig auch in die Stadt zurückinvestieren, etwa durch gemeinnützigen Wohnraum.

Zonenplan, Verkehr, bezahlbares Wohnen
Im Zentrum der vierten Konferenz standen der Zonenplan mit Baureglement, der Richtplan Verkehr sowie Fragen des bezahlbaren Wohnungsbaus. Diskutiert wurden Freiraum und Siedlungsklima, Grünflächen, Baumschutz, Strassenräume und die Gestaltung verschiedener Nutzungszonen. Skizzierte Beispiele und fachliche Inputs bildeten die Grundlage, damit die Diskussionen konkret blieben und nicht im Abstrakten versandeten.

Jetzt ist die Bevölkerung dran
Zwei Schlüsselareale rücken nun in den Fokus. Das Kindlimann-Areal im Süden der Stadt wird gemeinsam mit der Areal Wil Zug AG entwickelt und soll ein nachhaltiges, lebendiges neues Stück Stadt werden. Vom 4. Juni bis 4. Juli 2026 können sich alle Einwohner im Rahmen einer E-Mitwirkung zu den Arealen Kindlimann und Allmend einbringen. Es ist eine von mehreren Beteiligungsstufen, die der Stadt ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven in die Planung einfliessen zu lassen.

Ein Prozess mit klarem Fahrplan
Die Ortsplanungsrevision läuft seit 2024 und muss das neue eidgenössische Raumplanungsgesetz sowie das kantonale Planungs- und Baugesetz umsetzen. Die nächste Konferenz ist für November 2026 geplant, das Stadtparlament wird laufend über den Fortschritt informiert. Bis 2027 soll die neue Ortsplanung stehen, ein Meilenstein für eine Stadt, die wachsen will, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

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