Weniger Billigstrom-Dräck!

Weniger Billigstrom-Dräck!

Solothurn,

Im Riverside steht seit Herbst 2015 eine der schweizweit leistungsstärksten Photovoltaik-Anlagen. Ein Ziel ist aber auch die Versorgung der Mieterschaft mit «sauberem» Strom zum Preis von «dreckigem» Strom.

Das Riverside Zuchwil steht stellvertretend für die Nachhaltigkeitsstrategie der Swiss Prime Anlagestiftung und die energieeffiziente zukunftsträchtige Energiepolitik der mit Goldstatus versehenen Energiestadt Zuchwil: «Wir haben an diesem Standort eine Fernwärmeleitung, an der alle bestehenden Gebäude angehängt sind», erklärt Markus Hauri von der Firma mha GmbH das Energiekonzept. «Im Jahr 2014 stellte sich heraus, dass man dieses Gelände problemlos zum 2000-Watt-Quartier entwickeln kann. Denn nebst der Fernwärme haben wir hier Fluss- und Grundwasser. Zudem haben wir im 2015 eine der grössten Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf einer Industriehalle in Betrieb genommen. Sie hat eine Fläche von rund 37’000 Quadratmetern und markiert die nachhaltige Gebietsentwicklung.» Neu gebaute und sanierte Gebäude erhalten allesamt eine PV-Anlage, welche in einigen Fällen gar in die Fassade eingebaut wird. Zudem gibt es Grundwasser-Wärmepumpen, welche auch während der Sommermonate eine Komfortsteigerung bewirken. So lässt sich das Grundwasser mittels Pumpbetrieb für ein Free-Cooling nutzen, um die Innentemperatur um zwei bis drei Grad zu senken.

Sauberer Strom zum Preis von dreckigem Strom
Seit mehreren Jahren sucht das Entwicklungsteam unter der Führung der Swiss Prime Site Solutions AG nach einem Energiekonzept mit einem möglichst hohen Eigenverbrauchswert. Der sauber gewonnene Strom soll den Bewohnern und Nutzern des Quartiers ohne Umwege zur Verfügung gestellt werden. Dies sei mit Hilfe eines eigenen Mittelspannungsnetzes, genannt RiverGrid, möglich, welches die Firma Sulzer früher bereits auf dem Areal betrieben hat. «Den sauberen PV-Strom können wir dank dieses internen Stromnetzes primär an unsere Mieterschaft verteilen und so vielleicht eines Tages das ganze Areal autark mit Energie versorgen», formuliert Hauri die Energiestrategie der Swiss Prime Anlagestiftung. Um dies über das ganze Jahr gewährleisten zu können, muss die überschüssige PV-Energie nicht nur kurz-, sondern auch langfristig gespeichert werden können. Nebst Licium-/Ionen- und Salzwasser-Batterien werden dafür auch alternative Lösungen auf Wasserstoff-Basis oder mit Druckluft geprüft. «Unser Ziel ist es, die Mieter auf dem Riverside jederzeit mit ‹sauberem Strom› zum billigen Preis von ‹dreckigem Strom› versorgen zu können», so Hauri abschliessend und in Anlehnung an den vom Solothurner Rocker Chris von Rohr und Greenpeace formulierten Slogan «Weniger Dräck».