Wädenswil baut auf dem MEWA-Areal für Senioren
Mit dem Baustart auf dem städtischen Baufeld des MEWA-Areals setzt Wädenswil ein wohnpolitisches Signal: 26 altersgerechte Mietwohnungen entstehen dort, wo eine günstige Bestandsliegenschaft dem Quartierumbau weichen muss. Der Entscheid zeigt auch, wie teuer soziale Ziele in komplexen Arealentwicklungen werden können.
Auf dem MEWA-Areal in Wädenswil hat die Stadt den Bau von 26 altersgerechten Mietwohnungen angestossen. Mit der Grundsteinlegung vom 16. Juni 2026 wird aus einem lange umstrittenen Teilprojekt nun ein konkreter Hochbau. Für die Stadt ist das mehr als ein symbolischer Baustart: Sie übernimmt die Vermietung selbst und bindet damit ein neues Wohnangebot gezielt an die lokale ältere Bevölkerung.
Der Neubau entsteht auf dem städtischen Baufeld innerhalb einer grösseren Arealentwicklung an der Zugerstrasse. Öffentlich zugängliche Unterlagen zeigen, dass das Gesamtprojekt auf mehreren Parzellen rund 160 Wohnungen, Gewerbeflächen und die Freilegung des Gulmenbachs umfasst. Die städtische Liegenschaft an der Büelenstrasse 5 und 7 war bereits 2010 erworben worden, um bei der Transformation des ehemaligen Industrieareals mitgestalten zu können.
Gescheiterter Baurechtsweg
Der eigentliche wohnpolitische Kern liegt nicht in der Architektur, sondern im Weg zum Projekt. Die Stadt wollte die Parzelle ursprünglich im Baurecht an eine gemeinnützige Trägerschaft abgeben, um preisgünstigen und altersgerechten Wohnraum zu sichern. Das gelang nicht. Als Gründe werden hohe Baukosten, das verbindliche Richtprojekt und ein enger Zeitplan genannt. Damit blieb der Stadt nur die Option, die Wohnungen selbst zu realisieren und die Belegung in eigener Regie zu steuern.
Geplant sind 15 Dreieinhalb-Zimmer- und 11 Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen in einem Gebäude mit vier Vollgeschossen und Attika. Vorgesehen sind zudem Gemeinschaftsflächen, ein Bewegungsraum und eine Dachterrasse. Der Ansatz zielt nicht auf betreutes Wohnen, sondern auf ein selbständiges Leben im Alter mit kurzen Wegen, barrierearmen Grundrissen und gemeinschaftlicher Infrastruktur.
Verdichtung mit Zielkonflikten
Politisch war das Vorhaben nicht spannungsfrei. Der Gemeinderat bewilligte am 27. Mai 2024 einen Verpflichtungskredit von 15,5 Mio. Franken für den Ersatzneubau. In den Beratungen wurde das Projekt als kostspielig und im Preisniveau anspruchsvoll kritisiert. Gleichzeitig hielt die Stadt daran fest, weil ein Ausstieg aus dem gemeinsamen Baukonsortium erhebliche Folgekosten und einen Bruch in der Arealentwicklung ausgelöst hätte.
Damit macht Wädenswil ein bekanntes Dilemma sichtbar: Wer in einem komplexen Transformationsgebiet soziale Wohnziele sichern will, braucht nicht nur Boden, sondern auch Durchhaltevermögen bei Planung, Finanzierung und Vermietung. Auf dem MEWA-Areal wird genau das nun gebaut. Die 26 Wohnungen sind für die Gesamtzahl des Quartiers klein, für das lokale Angebot an altersgerechtem Wohnraum aber ein klarer Eingriff.