Umzüge der Generation 55+ können Wohnungsmarkt entlasten
Der neue Helvetia Wohnreport hat das Umzugsverhalten der 55- bis 74-Jährigen analysiert. Im Falle eines Umzugs zieht diese Generation vorzugsweise an dezentrale Lagen oder ins Ausland. Dadurch werden zentrale Wohnungen frei, die von jüngeren Haushalten raumeffizienter genutzt werden.
Das Umzugsverhalten der Best Ager, also der Generation der 55- bis 74-Jährigen, gewinnt an Bedeutung für einen funktionierenden Wohnungsmarkt in der Schweiz, wie der neue Helvetia Wohnreport laut einer Mitteilung der Helvetia Baloise zeigt. Die Studie wurde vom Versicherer in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo aus Zürich erhoben.
Zieht diese Altersgruppe um, verlagert sie ihren Wohnort meist in weniger zentrale Lagen oder vermehrt ins Ausland. Dadurch werden grössere, zentral gelegene Wohnungen frei, die anschliessend deutlich häufiger von Familien genutzt werden. Laut Studie trägt dies dazu bei, bestehenden Wohnraum über verschiedene Lebensphasen hinweg effizienter zu verteilen.
Ausserdem hat die Abwanderung ins Ausland zwischen 2014 und 2024 um fast 50 Prozent zugenommen. Gleichzeitig bleiben Umzüge innerhalb der eigenen Gemeinde vergleichsweise selten. Erst ab einem Alter von 75 Jahren kehrt sich der Trend um: Dann ziehen ältere Menschen bei einem Umzug häufiger wieder in gut erschlossene, zentrale Lagen.
„Zusätzliche Umzüge dieser Altersgruppe leisten einen wichtigen Beitrag zur besseren Nutzung des Wohnraums“. wird Michael Hermann, Geschäftsführer von Sotomo, zitiert. Gefördert wird diese Dynamik insbesondere durch das Umzugsverhalten ausländischer Best Ager, deren Umzugswahrscheinlichkeit verglichen mit Schweizerinnen und Schweizern um 50 Prozent höher liegt. Gebremst wird diese Dynamik jedoch durch den sogenannten Lock-in-Effekt: Wohneigentümer ziehen deutlich seltener um – ihre Umzugswahrscheinlichkeit liegt über 60 Prozent unter jener von Mietenden. Der oft diskutierte Einfluss günstiger Bestandsmieten fällt laut Report hingegen deutlich geringer aus als angenommen und ist nicht der entscheidende Faktor für die geringe Mobilität älterer Haushalte.