Tiefe Leitzinsen halten Hypotheken günstig

Die SNB liess ihren Leitzins zuletzt am 19. März 2026 bei 0 Prozent. Damit bleibt die kurzfristige Finanzierung für Eigenheimbesitzer und Käufer attraktiv. Der Vorteil von Saron-Hypotheken hält an, doch bei langen Laufzeiten steigt das Risiko leicht höherer Fixkosten.

Juni 2026

Der Schweizer Hypothekarmarkt bleibt im Sommer 2026 bemerkenswert ruhig. Nachdem die Schweizerische Nationalbank den Leitzins im Juni 2025 auf 0 Prozent gesenkt und ihn am 19. März 2026 unverändert belassen hat, bleiben vor allem geldmarktnahe Finanzierungen günstig. Für Eigentümer mit anstehender Verlängerung und für Käufer bedeutet das: Saron-Hypotheken behalten ihren Preisvorteil, während Festhypotheken vor allem über Planungssicherheit überzeugen.

Der Kern der Entwicklung liegt nicht in einem neuen Zinsschub, sondern in der ausbleibenden Bewegung. Verfügbare Einschätzungen deuten darauf hin, dass 2026 keine rasche Straffung zu erwarten ist. Das stützt kurze Laufzeiten und hält die Finanzierungskosten für Wohnimmobilien tief. Gleichzeitig bleibt der Effekt auf den Markt ambivalent, denn günstiges Geld entlastet zwar die Tragbarkeit, stabilisiert aber auch die bereits hohen Preise.

Saron bleibt vorne
Solange der SNB-Leitzins bei 0 Prozent liegt, bleibt der an den Geldmarkt gekoppelte Saron für viele Haushalte die günstigste Lösung. Das gilt besonders für Kreditnehmer mit genügend finanzieller Reserve und der Bereitschaft, mögliche Zinsschritte später mitzutragen. Wer heute auf Saron setzt, kauft sich vor allem Flexibilität ein. Das kann bei sinkender oder seitwärts laufender Zinskurve ein Vorteil sein.

Ganz risikolos ist diese Strategie aber nicht. Schon moderate Zinsschritte würden die laufenden Kosten direkt erhöhen. Für Eigentümer mit enger Haushaltsrechnung, für ältere Kreditnehmer oder für Käufer mit knapp kalkulierter Tragbarkeit bleibt deshalb die Festhypothek relevant. Ihr Mehrpreis ist im aktuellen Umfeld vor allem der Preis für Kalkulationssicherheit.

Lange Laufzeiten bleiben heikler
Bei den längerfristigen Fixzinsen ist das Bild weniger eindeutig. Während kurze und mittlere Laufzeiten vom stabilen Leitzinsumfeld profitieren, können längere Laufzeiten stärker auf internationale Renditebewegungen reagieren. Für die Immobilienpraxis heisst das: Die Wahl der Laufzeit wird wieder stärker zu einer Frage des Risikoprofils als zu einer Wette auf einen unmittelbar bevorstehenden Zinsschritt.

Für den Wohnmarkt ist die Folge klar. Tiefe Finanzierungskosten verhindern vorerst keinen Preisdruck nach unten, sondern stützen die Zahlungsbereitschaft zusätzlich. Das hilft Bestandeshaltern und stabilisiert Transaktionen, erschwert aber den Einstieg für Käufer, wenn die Objektpreise hoch bleiben. Der Vorteil tiefer Zinsen endet damit nicht bei der Hypothek, sondern wirkt direkt in die Preisbildung des Marktes hinein.

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