Studie sieht Regulierung als Bremse für passenden Wohnraum
Damit Wohnen in Zürich preiswert und qualitativ hochwertig bleibt, braucht es laut Fürschi Züri eine bedarfsgerechte Entwicklung von Siedlungsgebieten und eine deutlich höhere Bautätigkeit. Zudem dürfe der Wohnungsmarkt nicht strenger reguliert werden, so die Initiative der Zürcher Handelskammer.
Fürschi Züri ist der Auffassung, dass zu strenge Regulierungen den Wohnungsmarkt blockieren. Die Initiative für mehr Wohnungsbau der Zürcher Handelskammer und gleichgesinnter Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen leitet diese Erkenntnis aus der von ihr beim Zürcher Forschungsinstitut sotomo in Auftrag gegebenen Studie Wohnraumdynamik in Zürich und der Schweiz ab.
Demnach lebt im streng regulierten Wohnungsmarkt der Agglomeration Genf fast die Hälfte der Familien mit Kleinkindern und noch über ein Fünftel der 40- bis 60-Jährigen mangels Alternativen in überbelegten Wohnungen. Zum Vergleich führt Fürschi Züri in einer Mitteilung die Stadt Zürich an: Dort lebt lediglich ein Drittel der Familien mit Kleinkindern und nur ein Zehntel der 40- bis 60-Jährigen in zu kleinen Wohnungen.
Zudem sieht Fürschi Züri weder eine zunehmende Verdrängung aus der Agglomeration Zürich noch eine Zunahme an Leerkündigungen in Zürich. Denn der Studie zufolge ziehen Betroffene in beiden Wohnberreichen überdurchschnittlich häufig innerhalb des Quartiers um oder bleiben zumindest in der Stadt oder der Gemeinde wohnhaft. Auch einen Hinweis auf Gentrifizierung durch Neubauten lasse sich durch die Studie nicht belegen, heisst es in der Mitteilung. Im Gegenteil wirke sich eine aktive Bautätigkeit für Quartiere und Familien positiv aus.
„In Genf ist nicht nur die Verteilung des Wohnraums ein Problem, sondern vor allem der Mangel an passenden Wohnungen“, wird ZHK-Direktor Raphaël Tschanz zitiert. „Die hausgemachte Knappheit führt dazu, dass Familien in zu kleinen Wohnungen verharren.“ Daraus zieht er den Schluss, dass mehr Regulierung das Wohnproblem nicht löse, „sie verschärft es“. „Wo der Wohnschutz am stärksten ist, wird die Suche nach einer passenden Wohnung viel schwieriger.“
Für Fürschi Züri braucht es daher eine bedarfsgerechte Entwicklung von Siedlungsgebieten und deutlich höhere Bautätigkeit. „Dieses Ziel erfordert schlanke Planungsverfahren und kurze Bewilligungsfristen.“