Schweizer Wirtschaft zwischen Dämpfer und Zuversicht
Der KOF-Geschäftslageindikator der ETH Zürich zeigt im Dezember 2025 ein gemischtes Bild. Während die aktuelle Lage der Schweizer Privatwirtschaft leicht nachgibt, steigen die Erwartungen für das kommende Halbjahr zum vierten Mal in Folge. Die Aussicht auf mildes Wachstum im neuen Jahr nährt leise Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung.
Nach zwei Rückgängen in Folge liegt der KOF-Geschäftslageindikator unter dem Niveau des Sommers, aber noch über den Tiefständen von August und September. Die Konjunkturdynamik bleibt moderat, ein schwaches, aber stabiles Fundament. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Geschäftslage weiter eingetrübt. Produktion und Einkaufspolitik stagnieren und Preisaufschläge werden seltener geplant. Trotz allem zeigen sich die Erwartungen im Export und in den Auftragsbüchern zunehmend optimistischer. Viele Unternehmen rechnen mit einer leichten Besserung im ersten Halbjahr 2026.
Uneinheitliche Branchenentwicklung
Die Entwicklung der Lage ist branchenübergreifend unterschiedlich. Projektierungsbüros, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie übrige Services melden eine abgeflachte Geschäftsentwicklung, während das Baugewerbe und der Detailhandel eine leichte Erholung verzeichnen.
Bei den Erwartungen zeigen sich diese Kontraste ebenso. Zuversicht herrscht im Bauwesen sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern, während Detailhandel und Planungsbüros etwas vorsichtiger agieren. Der Detailhandel verzeichnet den zweiten Rückgang seines Erwartungsindikators in Folge. Ein Zeichen, dass sich Konsumtrends nur zögerlich festigen.
Die Eintrübung bleibt
Regional betrachtet sinkt die aktuelle Geschäftslage in allen Landesteilen. Besonders betroffen sind Zentralschweiz, Espace Mittelland, Ostschweiz, Zürich und die Nordwestschweiz. Im Tessin und in der Genferseeregion bleibt der Rückgang moderater. Der Indikator zeigt, dass der konjunkturelle Druck landesweit spürbar ist, trotz stabiler Exporte und Dienstleistungen.
Konjunkturuhr zeigt vorsichtige Erholung
Die KOF verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Zukunft. Die Lage bleibt unter dem Durchschnitt, die Perspektiven liegen darüber. Im Jahr 2025 mit zaghafter Belebung, hat sich die Schweizer Wirtschaft noch nicht in einen echten Aufschwung bewegt. Dennoch gilt die zunehmende Erwartungsaufhellung als Vorbote, dass 2026 bessere Dynamik bringen könnte. Getragen von robusten Dienstleistungssektoren, stabilen Exporterwartungen und einer sanften Erholung im Bau.
Die Schweizer Wirtschaft steht zum Jahreswechsel weiter im Zeichen der Stabilität mit leichten Gegenwinden. Während die Gegenwart von gebremstem Tempo geprägt ist, richten viele Unternehmen ihren Blick optimistisch nach vorn, in der Hoffnung, dass 2026 zum Jahr einer echten konjunkturellen Erholung wird.
