Schweiz startet Rohrrecycling auf nationaler Ebene

Mit dem Projekt «Swiss Plastic Pipe Recycling» lancieren VSPR und VKR gemeinsam mit führenden Partnern ein landesweites System zur Rücknahme und Verwertung von Kunststoffrohren. Ziel ist ein flächendeckender Materialkreislauf, der ökologisch und wirtschaftlich überzeugt und bislang ungenutzte Rohstoffpotenziale erschliesst.

Juni 2025

Jährlich werden in der Schweiz rund 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut, viele davon mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. Trotz ihres stofflichen Potenzials fehlte bislang ein systematischer Rücknahme- und Recyclingprozess. Genau hier setzt das Projekt «Swiss Plastic Pipe Recycling» an, das vom Verband Schweizer Plastikrecycler und dem Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile initiiert wurde.

Ziel ist es, Rohre aus Bauprojekten, Werkleitungsarbeiten oder Rückbauten konsequent in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen – mit einem standardisierten, praxistauglichen System.

Breite Allianz aus Wirtschaft und Baupraxis
Das Projekt wird von einem starken Netzwerk getragen. Unternehmen aus Bau, Gebäudetechnik, Kunststoffverarbeitung und Recycling arbeiten gemeinsam daran, das Rohrrecycling in der Schweiz flächendeckend zu etablieren. Zu den Projektpartnern gehören unter anderem Burkhalter Gruppe, Geberit, Georg Fischer, Meier Tobler, Debrunner Acifer, HakaGerodur, Eberhard, InnoRecycling, MCAM Symalit.

Alle eint das Ziel, das Rücknahmesystem wirtschaftlich tragfähig, ökologisch sinnvoll und für Anwender leicht zugänglich zu machen.

Sauberes Material ist neue Rezyklatquelle
Während bisher vor allem recycelte Verpackungskunststoffe zur Herstellung neuer Kunststoffrohre genutzt wurden, fokussiert SPPR auf ein bislang kaum genutztes Materialpotenzial, zurückgebaute Rohre. Diese können, wenn sortenrein angeliefert, als hochwertige Rohstoffquelle dienen, insbesondere für Kabelschutz- und Infrastrukturohre.

Da Verpackungskunststoffe künftig vermehrt wieder zu Verpackungen werden sollen, braucht es zusätzliche Quellen für technische Rezyklate, ein klarer Handlungsbedarf für die Branche.

Über 40 Sammelstellen bereits in Betrieb
Ein Herzstück des Projekts ist der Aufbau eines flächendeckenden Rückgabenetzwerks. Bereits heute stehen über 40 Sammelstellen in der Schweiz zur Verfügung. Aktuell liegt der Fokus auf PE-Rohren aus dem Tiefbau, doch der Ausbau auf weitere Materialien und Anwendungen ist geplant.

Über eine interaktive Karte auf der Projektwebsite finden Unternehmen schnell die nächstgelegene Sammelstelle. Diese nehmen definierte Rohrtypen an, vorausgesetzt, die Materialien sind sauber und sortenrein angeliefert.

Nachhaltigkeit mit System
Mit SPPR leisten VSPR, VKR und die beteiligten Unternehmen einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschafts- und Klimastrategie der Schweiz. Die stoffliche Verwertung langlebiger Rohre reduziert CO₂-Emissionen, senkt den Einsatz von Primärkunststoffen und fördert die regionale Wertschöpfung.

Das Projekt stärkt den Schweizer Rezyklatmarkt nachhaltig und zeigt, wie konkrete Brancheninitiativen systemische Wirkung entfalten können.

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