Schlierens wertvollstes Land gehört der Stadt Zürich

Mitten in Schlieren liegt ein Areal, dessen Land der Stadt Zürich gehört, aber auf Schlieremer Stadtgebiet steht. Über 324'000 Quadratmeter, einst für das Gaswerk erworben, in den 1980er-Jahren überbaut und heute eines der innovativsten Areale im Limmattal. Die Baurechte laufen zwischen 2043 bis 2045 aus. Schlieren hat den ersten Zug gemacht und die Kooperation mit Zürich gestartet, parallel zur laufenden BZO-Revision.

Juli 2026

Im Januar 2026 unterzeichneten Schlieren und Zürich eine gemeinsame Absichtserklärung. Darin vereinbarten sie, das Areal Nordost gemeinsam städtebaulich zu entwickeln. Für Zürich ist das Gebiet eine strategische Landreserve. Für Schlieren ist es schlicht das grösste zusammenhängende Entwicklungsgebiet auf seinem Stadtgebiet.

Eine IG koordiniert mit Stadt Zürich
Bereits im März 2025 hatten Grundeigentümer und Baurechtsnehmer vorgelegt. Im IJZ gründeten sie die Interessengemeinschaft Schlieren Nord Ost, um die eigenen Interessen zu bündeln, die Zonenplanung mitzugestalten und die frühzeitige Verlängerung der rund 24 Baurechtverträge südlich der Bernstrasse anzunehmen. Im Norden sind es zusätzlich 20 Baurechtverträge. Die Alternative, alle über 50 Verträge per 2043 auslaufen zu lassen, daran denken die Baurechtnehmenden die Parzellen zwischen 4000 bis 12000 m² führen, natürlich nicht. Heimfallsituationen in dieser Grössenordnung kennt die Schweiz kaum, und Baurechtsnehmer setzen erfahrungsgemäss auf partnerschaftliche Verlängerungen. Das Areal an der Rüti- und Ifangstrasse gehört damit zu den drei grössten Entwicklungsgebieten Schlierens, neben dem Wagiareal und dem Rietpark.

Kontakte aufwärmen, Generationen absichern
Der ehemalige Standortförderer Albert Schweizer bringt es auf den Punkt. Er will die Beziehungen zur Stadt Zürich intensivieren und die auslaufenden Baurechte um 20 bis 30 Jahre verlängern. Das schafft Planungssicherheit, die weit über die nächste Legislatur hinausreicht. Selbst wenn Zürich einzelne Verträge nicht weiterführen will, setzt Schlieren auf eine partnerschaftliche Lösung. Die IG hat beschlossen, 2024 den längst ersehnten Entscheid der Stadt Zürich zu akzeptieren.

Velobahn und Fernwärme als Vorboten
Schon heute zeigt das Areal, wohin die Reise geht. Das Tiefbauamt des Kantons Zürich plant dort die Velobahn, das ewz baut eine Fernwärmezentrale im östlichen Teil. Beide Projekte unterstützt die IG ausdrücklich. Sie passen direkt in die Netto-Null-Strategie der Stadt Schlieren und setzen früh ein Zeichen für die Qualität der künftigen Entwicklung.

Leitbild bis 2030
Der Fahrplan steht und bis 2030 wollen Schlieren und Zürich ein verbindliches Leitbild erarbeiten. Es soll strategische Ziele und Rahmenbedingungen für die gesamte Arealfläche festlegen. Damit schaffen beide Städte die planungsrechtliche Grundlage für alle weiteren Entscheide. Wer die Dynamik in Arealen wie Silbern, Niderfeld oder Kreuzäcker kennt, weiss, im Limmattal entsteht gerade etwas Grosses. Schlieren Nordost ist das fehlende Puzzlestück.

Text: Sabine Billeter • Bild: zVg.

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