Rotkreuz schärft sein Zentrum mit der neuen Kanti
Beim Bahnhof Rotkreuz soll bis 2031 eine Kantonsschule für rund 880 Schülerinnen und Schüler entstehen. Das Siegerprojekt von Gigon Guyer verknüpft den 200-Millionen-Franken-Neubau mit der laufenden Zentrumsentwicklung und erhöht den planerischen Druck auf das Umfeld.
Rotkreuz erhält einen Bildungsbau, der weit über den Schulbetrieb hinaus in die Ortsentwicklung eingreift. Für die neue Kantonsschule beim Bahnhof hat der Kanton Zug das Projekt «discentia» von Gigon Guyer Partner Architekten und Ghisleni Partner ausgewählt. Der Neubau ist für 44 Klassen und rund 880 Schülerinnen und Schüler ausgelegt, die Baukosten werden derzeit auf rund 200 Mio. Franken geschätzt.
Damit wird aus dem heutigen Provisorium in der Suurstoffi ein langfristiger Standort mit Gewicht. Der Baustart ist nach heutigem Stand auf Ende 2028 angesetzt, der Bezug auf 2031. Für Rotkreuz ist das nicht nur ein Schulprojekt, sondern ein weiterer Baustein in einem Gebiet, das rund um Bahnhof, Dorfmatt und die südlich angrenzenden Entwicklungsflächen gleichzeitig neu geordnet wird.
Schule als Stadtbaustein
Der Wettbewerbsentwurf setzt auf einen zweigeteilten Baukörper. Ein höherer Kopfbau orientiert sich zum Zentrum und nimmt öffentliche Nutzungen wie Aula und Sporthallen auf, der niedrigere östliche Teil bündelt die Unterrichtsräume. Vorgesehen sind zudem eine begrünte Dachterrasse, grosszügige Aussenräume, unversiegelte Flächen und zusätzliche Bäume. Gerade diese Mischung ist für die Immobilien- und Standortentwicklung relevant: Der Bau soll nicht als Solitär funktionieren, sondern an einer stark frequentierten Lage öffentliche Räume und neue Wegebeziehungen mitprägen.
Der Kanton ordnet den Neubau ausdrücklich in seine Schulraumplanung ein. Hintergrund ist das anhaltende Bevölkerungswachstum im Kanton Zug und der steigende Bedarf an Mittelschulplätzen. Die Kantonsschule Rotkreuz hat den Betrieb bereits im Schuljahr 2025/26 aufgenommen und wird bis zum Bezug des definitiven Gebäudes provisorisch geführt.
Mehr Koordinationsdruck im Bahnhofsgebiet
Für Projektentwickler und Behörden liegt der eigentliche Nachrichtenwert in der Überlagerung mehrerer Vorhaben. Öffentlich zugängliche Unterlagen zeigen, dass die neue Kantonsschule mit der Zentrumsentwicklung Dorfmatt, den Planungen im Umfeld des Bahnhofs sowie weiteren Nutzungen im Gebiet abgestimmt werden soll. Damit steigen die Anforderungen an Freiraum, Erschliessung und Bauabläufe. Wo Schule, Wohnen, Mobilität und öffentliche Nutzungen gleichzeitig verdichtet werden, werden Schnittstellen schnell zum entscheidenden Planungsthema.
Auch architektonisch ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. Die Jury würdigte die klare Konzeption und das Zusammenspiel von Städtebau, Konstruktion und Gebäudetechnik, sah beim äusseren Ausdruck aber noch Entwicklungsspielraum. Aus dem Wettbewerbsbeitrag wird nun ein detailliertes Bauprojekt erarbeitet, bevor die Regierung dem Kantonsrat voraussichtlich Ende 2027 oder Anfang 2028 den Objektkredit beantragt. Für Rotkreuz ist damit vor allem eines gesetzt: Das Bahnhofsgebiet bekommt mit der Kantonsschule einen öffentlichen Anker, der die weitere Entwicklung des Zentrums mitbestimmen wird.