Riet II macht die Versorgung krisenfester

In Goldach entsteht mit Riet II ein zweites Seewasserwerk für die Region St.Gallen. Ab 2029 bildet es zusammen mit Frasnacht ein robustes Doppel­system und sichert über 150'000 Menschen auch in Notlagen mit Trinkwasser ab.

Februar 2026

Die Region St.Gallen macht ihre Trinkwasserversorgung fit für kommende Jahrzehnte. Mit dem Entscheid für das neue Seewasserwerk Riet II in Goldach bekommt das bestehende Werk in Frasnacht ein gleichwertiges zweites Standbein. Heute hängt die Versorgung der zwölf beteiligten Ostschweizer Gemeinden im Ernstfall wesentlich an dieser einen Bezugsquelle. Ein Risiko, das den bundesrechtlichen Vorgaben für schwere Mangellagen nicht mehr genügt. Riet II soll genau diese Lücke schliessen und die Versorgung auch dann sicherstellen, wenn eine Anlage ausfällt oder der Bodensee zeitweise nur eingeschränkt genutzt werden kann.

Realisiert wird das neue Werk am Standort des bestehenden Hochdruckpumpwerks Riet in Goldach. Rund 60 Millionen Franken sind für Bau und Ausrüstung veranschlagt. Die Kosten tragen die zwölf Aktionärspartner der RWSG Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG gemäss einem neuen Verteilermodell, das künftig über die Wasserpreise an die Endkundinnen und -kunden weitergegeben wird. Dass sich alle Partnergemeinden einstimmig hinter Projekt und Finanzierung stellen, zeigt den hohen strategischen Stellenwert: Trinkwasser wird als kritische Infrastruktur behandelt, die im Krisenfall genauso robust funktionieren muss wie im Alltag.

Mit Riet II baut die RWSG ihre Rolle als Rückgrat der regionalen Wasserinfrastruktur aus. Sie ist von der Fassung des Rohwassers über die Aufbereitung bis zum Transport in die Netze der Gemeinden verantwortlich und versorgt mehr als 150’000 Menschen mit Trink-, Brauch- und Löschwasser. Künftig betreibt sie zwei Seewasserwerke, Frasnacht und Goldach sowie das Hochdruckpumpwerk Riet und die dazugehörigen Transportleitungen. Davon profitieren urbane Zentren wie St.Gallen und Arbon ebenso wie kleinere Partnergemeinden von Abtwil-St.Josefen bis Teufen. Das neue Werk ist damit mehr als ein Bauprojekt: Es ist ein langfristiges Sicherheitsversprechen für eine ganze Region.

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