Luzern stösst Zug vom Steuerthron

Jahrelang war Zug das Synonym für tiefe Unternehmenssteuern. Jetzt kippt die Rangliste. Luzern hat seinen Satz erneut gesenkt und sich an die Spitze geschoben. Das ist mehr als eine fiskalische Randnotiz. Es ist ein Signal im härter werdenden Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen und Wachstum.

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Mai 2026

Luzern senkt den effektiven Unternehmenssteuersatz 2026 von 11,91 auf 11,66 Prozent und überholt damit Zug, das neu bei 11,71 Prozent liegt. Damit ist Luzern laut PwC erstmals der Kanton mit den tiefsten Unternehmenssteuern der Schweiz.

Die Differenz ist klein, die Botschaft umso grösser. Im Steuerwettbewerb zählt nicht nur die absolute Höhe, sondern auch die symbolische Wirkung. Wer an der Spitze steht, sendet ein klares Signal an mobile Unternehmen und Investoren.

Die Schweiz bleibt in Bewegung
Acht Kantone senken ihre Unternehmenssteuern leicht, vier erhöhen sie minimal. Insgesamt zeigt der Steuervergleich 2026 damit ein Land, das im internationalen Wettbewerb weiterhin aktiv bleibt und seine Attraktivität nicht einfach verwaltet.

Auffällig ist dabei, dass die 2024 eingeführte OECD-Mindeststeuer die kantonalen Steuersätze bisher kaum verändert hat. PwC spricht von einer eher abwartenden Haltung gegenüber den neuen globalen Rahmenbedingungen. Gerade deshalb gewinnt der inner-schweizerische Wettbewerb weiter an Gewicht.

Zürich und Bern geraten unter Druck
Am anderen Ende der Skala stehen Bern und Zürich. Bern weist laut PwC einen effektiven Satz von 20,54 Prozent auf, Zürich liegt trotz leichter Senkung noch bei 19,47 Prozent. Beide Kantone zählen damit weiterhin zu den steuerlich teuersten Standorten für Unternehmen in der Schweiz.

Das ist aus Standortsicht heikel. Denn hohe wirtschaftliche Qualität, gute Erreichbarkeit und starke Arbeitsmärkte reichen nicht immer aus, wenn die fiskalische Differenz fast doppelt so hoch ausfällt wie in Luzern. Der Steuerfaktor bleibt ein harter Hebel im Wettbewerb um Neuansiedlungen und Expansionen.

Mehr als ein Steuerranking
Die Zentralschweiz behauptet laut PwC ihre Rolle als besonders attraktiver Unternehmensraum. Luzern und Zug rangieren im internationalen Vergleich am unteren Ende der Steuerbelastung, in der EU besteuert nur Ungarn Unternehmen noch tiefer als Luzern.

Damit wird klar, worum es wirklich geht. Nicht um einen reinen Zahlendreher zwischen zwei Kantonen, sondern um die strategische Positionierung ganzer Wirtschaftsräume. Luzern hat sich mit einem kleinen Schritt an die Spitze gesetzt. Im Standortwettbewerb kann genau das den Unterschied machen.

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