Immobilienportale treiben den Gewinnschub an
Die Immobilienplattformen von SMG ziehen das Halbjahr 2026 nach vorn. Der Bereich legte beim Umsatz um 11,5 Prozent auf 88,5 Mio. Franken zu und erreichte eine bereinigte EBITDA-Marge von 62,9 Prozent. Gleichzeitig stellt der Marktplatzbetreiber die Konzernspitze neu auf.
Der kräftige Ergebnissprung der Gruppe kommt vor allem aus dem Immobiliengeschäft. Homegate, ImmoScout24 und weitere Angebote erzielten im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 88,5 Mio. Franken, 11,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die bereinigte EBITDA-Marge in diesem Segment stieg laut Halbjahresbericht auf 62,9 Prozent und liegt damit klar über dem bereits hohen Konzernniveau.
Für den Gesamtkonzern meldet SMG einen Umsatz von 179,8 Mio. Franken nach plus 11,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg um 15,8 Prozent auf 101,5 Mio. Franken, die Marge erreichte 56,5 Prozent. Zugleich schärfte das Unternehmen den Ausblick für 2026 nach oben und erwartet nun ein Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent statt bisher 10 bis 12 Prozent. Das Margenziel von 56 bis 58 Prozent blieb unverändert.
Immobilien bleiben der Ertragsanker
Für die Immobilienbranche ist vor allem die Profitabilität des Portalgeschäfts relevant. Der Bereich Real Estate ist innerhalb des Konzerns der grösste Geschäftsbereich und liefert einen grossen Teil des operativen Hebels. Im Jahresbericht 2025 hatte SMG für diesen Bereich bereits 164,1 Mio. Franken Umsatz ausgewiesen. Im laufenden Jahr setzt sich dieses Wachstum fort, auch wenn das Tempo leicht unter dem Vorjahreswert von 12,5 Prozent liegt.
Das zeigt, wie robust die Erlösbasis der grossen Schweizer Immobilienportale trotz reiferem Markt bleibt. Für Makler, Entwickler und Vermarkter bedeutet das vor allem eines. Reichweite, Datenprodukte und Zusatzdienste auf den grossen Plattformen bleiben ein hochmargiges Geschäft, das im Wettbewerb weiter ausgebaut wird.
Chefwechsel nach starkem Halbjahr
Parallel zu den Zahlen kündigte SMG einen Führungswechsel an. Christoph Tonini gibt den CEO-Posten per 31. Dezember 2026 ab. Alberto Sanz de Lama übernimmt per 1. Januar 2027. An der Generalversammlung im April 2027 soll Tonini zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt werden. Der bisherige Präsident Jörn Nikolay tritt zurück, bis dahin übernimmt Vizepräsident Pietro Supino den Vorsitz interimistisch.
Für den Immobilienbereich ist das mehr als eine Personalie. Der Konzern koppelt starke Margen, präzisierte Jahresziele und eine geregelte Nachfolge aneinander. Das spricht gegen einen Strategiewechsel im Portalgeschäft und eher für Kontinuität bei Preislogik, Produktausbau und Datenangeboten.
Wachstum verlangsamt sich leicht
Ganz ohne Bremsspuren läuft das Immobiliensegment allerdings nicht. Das Wachstum von 11,5 Prozent liegt unter dem Plus von 12,5 Prozent im Gesamtjahr 2025. Gleichzeitig wuchs der Bereich General Marketplaces im Halbjahr mit 13 Prozent sogar etwas schneller. Für den Immobilienmarkt ändert das die Hierarchie im Konzern aber nicht. Real Estate bleibt der grösste Bereich und der zentrale Gewinnträger.
Die nächste Frage wird damit nicht lauten, ob die Portale wachsen, sondern wie weit sich diese Margen in einem bereits sehr dominanten Markt noch ausbauen lassen. Genau daran wird sich messen, wie viel zusätzlicher Ertrag SMG aus Reichweite, Software und Immobiliendaten noch herausholen kann.