Freizeitgigant bei Paris stolpert über offene Rechte

Courdimanche soll mit drei neuen Freizeitparks für 6 Milliarden Euro zum Tourismusmagneten werden. Doch ausgerechnet das öffentlich gefeierte Dragon-Ball-Flaggschiff ist noch nicht durchfinanziert im juristischen Sinn, weil die Freigabe der japanischen Rechteinhaber laut aktuellen Berichten fehlt.

September 2026

Die politische Wucht der Ankündigung kam zuerst, die rechtliche Absicherung fehlt noch. Frankreich und Saudi-Arabien haben am 24. August 2026 ein Protokoll für drei Themenparks in Cergy-Pontoise mit einem Investitionsvolumen von 6 Milliarden Euro vorgestellt. Einer der Parks soll in Courdimanche auf dem früheren Mirapolis-Areal entstehen und an das Manga-Universum Dragon Ball anknüpfen.

Für die Immobilien- und Standortentwicklung ist genau dieser Unterschied entscheidend. Das Vorhaben ist als Grossprojekt gesetzt, doch die inhaltliche Leitmarke des ersten Parks ist laut Le Monde noch nicht gesichert, weil die Zustimmung der japanischen Rechteinhaber zur Nutzung von Figuren und Marke aussteht. Damit bleibt offen, ob der kommunikative Zugpferd-Effekt des Projekts in der angekündigten Form tatsächlich umgesetzt werden kann.

Standort mit alter Freizeitnutzung
Die Region Île-de-France spricht von einer der grössten ausländischen Investitionssequenzen der letzten Jahre. Genannt werden rund 20’000 bis 22’000 direkte Arbeitsplätze. Das Projekt knüpft an ein seit Jahrzehnten brachliegendes Freizeitareal in Courdimanche an, wo der frühere Park Mirapolis Anfang der 1990er-Jahre scheiterte. Für Eigentümer, Planer, Behörden und Infrastrukturanbieter verschiebt sich damit die Debatte von der reinen Vision zur Frage, wie Verkehr, Umweltauflagen und Flächenentwicklung in einem ohnehin sensiblen Perimeter bewältigt werden sollen.

Saudi-Kapital geht in die Fläche
Trägerin des Vorhabens ist die Qiddiya Investment Company, die zum saudischen Staatsfonds PIF gehört. Das ist für Europa kein kleiner Testballon, sondern ein weiterer Schritt in einer breiteren Investitionsstrategie. Laut den 2025 in den USA eingereichten PIF-Unterlagen flossen zwischen 2017 und 2024 rund 84,7 Milliarden Dollar nach Europa, davon 8,6 Milliarden Dollar nach Frankreich. Neu ist hier vor allem die Grössenordnung eines freizeitorientierten Neubauprojekts mit direkter Wirkung auf Landnutzung, Hotels, Erschliessung und touristische Wertschöpfung.

Viel Signal, wenig Terminplan
Offen sind der Eröffnungstermin, die Themen der beiden weiteren Parks und die konkrete Ausgestaltung der begleitenden Hotels und Neben­nutzungen. Gerade diese Leerstellen sind für die Branche zentral. Solange Nutzungskonzept, Rechtekette und Umsetzungsfahrplan nicht vollständig geklärt sind, bleibt das Milliardenprojekt ein politisch hoch aufgeladenes Entwicklungsversprechen mit erheblichem Flächen- und Infrastrukturpotenzial, aber noch ohne abschliessend gesichertes Betriebskonzept.

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