Ein Campus für die Psychiatrie von morgen für 330 Millionen

Seit über 150 Jahren steht das Burghölzli in Zürich für psychiatrische Spitzenversorgung. Jetzt plant die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) ihren bisher grössten baulichen Neustart. Für rund 330 Millionen Franken entstehen am Standort Lengg moderne Neubauten. Bis die ersten Patienten einziehen, vergehen noch rund zehn Jahre.

Aussenansicht Neubauten Standort Lengg. Visualisierung: © Boltshauser Architekten AG, Änderungen vorbehalten. Quelle: Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK).

Juni 2026

Heute betreibt die PUK stationäre Angebote an sechs Standorten, verteilt über den Kanton. Das kostet Ressourcen, erzeugt Doppelspurigkeit und erschwert die Zusammenarbeit. Künftig sollen drei Standorte genügen. Der Kern dieser Strategie ist das Areal Lengg im Osten der Stadt Zürich.

Moderne Architektur statt Altbausubstanz
Das ausgewählte Projekt sieht zwei neue Gebäude im Bereich Lengg Ost an der Karl-Stauffer-Strasse vor. Die Bauten sind offen konzipiert, grosszügig beleuchtet und auf die heutigen Anforderungen an eine zeitgemässe Psychiatrie ausgerichtet. Kinder- und Jugendpsychiatrie, Erwachsenenpsychiatrie und Alterspsychiatrie finden hier unter einem Dach zusammen. Was wegfällt, ist die räumliche Enge und funktionale Veraltung der bestehenden Strukturen.

Das Erbe bleibt erhalten
Die historische Bausubstanz des Hauptgebäudes wird nicht abgerissen. Grosse Teile des denkmalgeschützten Ensembles bleiben stehen und werden für Büros, Administration und nichtstationäre Angebote genutzt. So verbindet das Projekt bauliche Kontinuität mit einer klaren Neuausrichtung.

Rheinau geht schneller
Parallel läuft ein zweites Bauprojekt auf dem PUK-Areal in Rheinau. Dort entsteht ein Neubau für die forensische Psychiatrie mit 39 Betten der mittleren Sicherheitsstufe. Der Baubeginn ist Anfang 2027, die Inbetriebnahme ist für Herbst 2029 geplant. Die öffentliche Ausschreibung für Generalunternehmer läuft bereits, Einreichungsfrist ist Juli 2026.

Ein langer Weg, ein klares Ziel
Am Lengg braucht es Geduld. Die ersten Neubauten werden frühestens Mitte der 2030er-Jahre bezugsbereit sein, die vollständige Umsetzung aller Etappen zieht sich bis in die 2040er-Jahre. Die Kostenschätzung von 320 Millionen Franken trägt eine Schwankungsbreite von 25 Prozent. Hinzu kommen die Kosten für die Instandsetzung der Bestandsgebäude. Das ist keine Kleinigkeit. Für die PUK ist es trotzdem der richtige Schritt, weg von einem fragmentierten System, hin zu einer modernen, effizienten Versorgungsstruktur, die auch in zwanzig Jahren noch trägt.

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