Eigentumswohnungen ziehen Häusern davon
Im Juni 2026 steigen die ausgeschriebenen Preise für Eigentumswohnungen in der Schweiz um 0,7 Prozent, während Einfamilienhäuser mit plus 0,1 Prozent praktisch stagnieren. Besonders deutlich wird die Verschiebung in Zürich und der Zentralschweiz.
Am Schweizer Eigenheimmarkt öffnet sich die Schere weiter. Im Juni 2026 legten die ausgeschriebenen Preise für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent zu, während Einfamilienhäuser mit einem Plus von 0,1 Prozent praktisch auf der Stelle traten. Damit verlagert sich die kurzfristige Preisdynamik klar in Richtung Stockwerkeigentum.
Auch im Jahresvergleich bleibt Wohneigentum teuer, doch die Bewegung verläuft nicht mehr gleichmässig. Eigentumswohnungen verteuerten sich innert zwölf Monaten um 4,5 Prozent, Einfamilienhäuser um 3,1 Prozent. Verfügbare Marktdaten aus anderen Indizes deuten in dieselbe Richtung: Transaktionspreise für Stockwerkeigentum stiegen im zweiten Quartal 2026 weiter, während Häuser auf hohem Niveau eher stagnierten.
Zürich treibt das Wohnungssegment
Besonders sichtbar ist die Verschiebung in der Grossregion Zürich. Dort stiegen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Juni um 2,3 Prozent. Auch die Zentralschweiz mit plus 1,7 Prozent und die Nordwestschweiz mit plus 1,5 Prozent verzeichneten deutliche Aufschläge. Gleichzeitig gaben die Preisvorstellungen in der Ostschweiz um 0,6 Prozent und im Mittelland um 0,5 Prozent nach. Der Markt wird damit kleinteiliger, aber die stärksten Impulse kommen derzeit aus urbanen und wirtschaftsstarken Räumen.
Für Projektentwickler, Vermarkter und Eigentümer ist das mehr als eine Monatsbewegung. Wenn Wohnungen schneller zulegen als Häuser, spricht das für eine anhaltend hohe Nachfrage nach kompakterem Eigentum in Lagen mit knappem Angebot. Tiefe Leitzinsen, ein robuster Hypothekarmarkt und begrenzte Flächenreserven stützen dieses Bild zusätzlich.
Häuser konsolidieren regional stärker
Im Einfamilienhaussegment zeigt sich die Gegenbewegung vor allem in der Zentralschweiz. Dort setzte sich die Preiskorrektur mit minus 3,2 Prozent fort. Auch im Mittelland mit minus 1,3 Prozent und in der Nordwestschweiz mit minus 0,7 Prozent wurden Häuser tiefer ausgeschrieben als im Mai. Dem stehen steigende Erwartungen in der Ostschweiz mit plus 2,1 Prozent, in der Grossregion Zürich mit plus 1,4 Prozent und in der Genferseeregion mit plus 0,7 Prozent gegenüber.
Das deutet nicht auf einen flächendeckenden Rückgang hin, sondern auf eine regionale Neuordnung. Gerade im Hausmarkt reagieren Preisvorstellungen offenbar sensibler auf Erschwinglichkeit, Lagequalität und lokale Angebotsverhältnisse. Für den Schweizer Wohneigentumsmarkt heisst das: Der Druck bleibt hoch, aber er verteilt sich zunehmend ungleich zwischen Objektarten und Regionen.