Belle Époque zurück am Lago Maggiore

Seit fast 20 Jahren bröckelte das Grand Hotel Locarno vor sich hin. Einst Sinnbild für mondänen Tourismus am Lago Maggiore, dann jahrelang leer und vergessen. Jetzt greift die Familie Artioli mit der Artisa Group, Arabella Hospitality und Marriott entschlossen zu. Im ersten Quartal 2027 soll das denkmalgeschützte Haus als Fünfsterneresort der Luxury Collection wiedereröffnen. Ein Neustart, der das Tessin touristisch neu auflädt.

Juni 2026

Das Grand Hotel Locarno wurde 1876 eröffnet und zählt zu den bekanntesten historischen Hotelimmobilien der Schweiz. Was in der Belle Époque als Inbegriff des mondänen Reisens galt, verfiel über Jahrzehnte. Die Artisa Group unter Alain Artioli übernahm das Haus mit einem klaren Auftrag, historische Substanz bewahren und gleichzeitig internationale Luxusstandards schaffen. Der Pachtvertrag mit Arabella Hospitality wurde im Dezember 2024 in Zürich unterzeichnet, der Baustart erfolgte bereits im August 2024.

Was entsteht
Geplant sind 110 Zimmer und Suiten, zwei Restaurants, eine Bar, ein Wellness- und Spa-Bereich, Konferenzräume und ein Ballsaalensemble. Der über 4000 Quadratmeter grosse Garten wird vollständig neu gestaltet. Entworfen hat das Konzept Tessiner Stararchitekt Ivano Gianola. Historische Stuckaturen, ein Murano-Kronleuchter und ornamentale Wandmalereien werden erhalten und restauriert. Das Haus soll nach der Eröffnung rund 100 Mitarbeitende beschäftigen.

Denkmalschutz trifft Luxusanspruch
Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Kapital, sondern im Gleichgewicht. Denkmalschutzauflagen, technische Erneuerung und internationale Hotelstandards unter einen Hut zu bringen, ist ein komplexes Handwerk. Was an historischer Substanz erhalten bleibt, muss trotzdem den Ansprüchen eines Fünfsternehauses der Marriott-Gruppe genügen. Dass das gelingt, davon ist Artisa-CEO Flavio Petraglio überzeugt. Das Haus soll ein Aushängeschild für die Region Locarno und den Kanton werden. Weit über die Schweiz hinaus.

Signal für den Tessiner Tourismus
Für Locarno und den Kanton ist die Wiedereröffnung mehr als ein Hotelprojekt. Historische Spitzenhäuser entfalten eine überproportionale Wirkung. Sie werten das Umfeld auf, stärken die Marke eines Ortes und erzeugen internationale Sichtbarkeit. In einem Markt, der zunehmend auf Profil und Erlebnisqualität setzt, ist das Grand Hotel Locarno ein möglicher Hebel für den gesamten Tourismus am Lago Maggiore. Wenn die Umsetzung gelingt, entsteht ein neues Referenzobjekt für den Umgang mit denkmalgeschützten Hospitality-Immobilien in der Schweiz.

Zum Projekt

Projekt
Grand Hotel Locarno

 

Typ
Revitalisierung / Hospitality / Denkmal

 

Historie
Eröffnung 1876

 

Wiedereröffnung
2027 als Luxury Collection Hotel geplant

 

Programm
110 Zimmer und Suiten, 2 Restaurants, Bar, Spa, Eventflaechen, 4’000 m² Garten

 

Besonderheit
Restaurierung denkmalgeschuetzter Elemente bei gleichzeitiger Neupositionierung im Luxussegment

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