Die neue Obergrenze ist kein symbolischer Eingriff, sondern die direkte Antwort auf einen spürbaren Ausbau rund um das Jahrestreffen. Bereits im Frühjahr 2026 hatte Davos angekündigt, temporäre WEF-Bauten und Umnutzungen erstmals zu kontingentieren, weil Infrastruktur, Sicherheitskontrollen und personelle Ressourcen an Grenzen stossen.
Für das WEF 2027 gingen laut Gemeinde insgesamt 190 Gesuche ein. Der Stadtrat prüfte 146 Projekte. 21 davon erfüllten die Vorgaben nicht und erhalten keine Bewilligung. Damit verbleiben 125 Vorhaben innerhalb der neu gesetzten Obergrenze. Betroffen sind temporäre Bauten, Umnutzungen bestehender Flächen und weitere befristete Massnahmen im Umfeld des Jahrestreffens.
Verkehr, Wohnraum und Kontrolle
Die Gemeinde begründet den Eingriff mit konkreten Folgen vor Ort. Zusätzliche temporäre Nutzungen ziehen mehr Gäste und zusätzliches Betriebspersonal an. Das verschärft in Davos den Verkehr und erhöht den Druck auf den ohnehin knappen Wohnraum. Gleichzeitig steigt der Aufwand für Kontrollen, etwa beim Brandschutz, in einer Phase, in der viele Vorhaben innert kurzer Zeit beurteilt und überwacht werden müssen.
Punktesystem entscheidet über Bewilligungen
Die Auswahl lief nach einem mehrstufigen Verfahren. Zuerst zählten die Vollständigkeit der Unterlagen, die Endnutzer und der Zeitpunkt der Einreichung. Strafpunkte erhielten Gesuche von Akteuren, die in früheren Jahren wegen Fehlverhaltens sanktioniert worden waren. Bei Gleichstand folgte eine zweite Bewertung mit Kriterien wie Nachhaltigkeit, Innovation, Nutzung öffentlichen Grunds sowie Ein- und Ausstiegsbereichen für Fahrgäste. Blieb es danach bei Punktgleichheit, entschied das Los.
Für Eigentümer, Vermieter und Veranstalter entlang der Promenade verändert sich damit der WEF-Markt spürbar. Wer Flächen temporär bespielen will, konkurriert nicht mehr nur um Standorte und Sichtbarkeit, sondern auch um einen knapp begrenzten Bewilligungsplatz. Die bauliche Verdichtung des Events wird damit erstmals administrativ gedeckelt.
