Mit dem Ende der öffentlichen Auflage ist der Widerstand gegen Zingel III sichtbar geworden. Die Gemeinde Schwyz bestätigt sieben Einsprachen zur Teilrevision der Nutzungsplanung für die Erweiterung des Steinbruchs in Seewen. Wer sie eingereicht hat und welche Punkte sie betreffen, wurde nicht offengelegt.
Das Verfahren lief vom 27. August bis 28. September 2026. Laut der Gemeinde werden die Eingaben nun geprüft, danach folgt die weitere Planung und Genehmigung zusammen mit dem Gemeinderat. Aus den Projektunterlagen und den Angaben der Betreiberin geht zudem hervor, dass am Ende auch die Gemeindeversammlung beziehungsweise das Stimmvolk über die planerische Grundlage mitentscheiden kann.
Reserven reichen nur noch wenige Jahre
Im Steinbruch Zingel läuft heute die zweite Abbauetappe. Die bewilligten Reserven dürften gemäss den Planungsgrundlagen um das Jahr 2030 ausgeschöpft sein. Genau dort liegt die wirtschaftliche Brisanz des Dossiers. Mit Zingel III soll der Abbau südwestlich der heutigen Grube erweitert und damit die Versorgung mit Hartgestein über die nächsten Jahrzehnte gesichert werden.
Nach Angaben der Betreiberin umfasst die geplante dritte Etappe rund fünf Millionen Kubikmeter Hartgestein über einen Zeitraum von rund 50 Jahren. Das Material wird unter anderem für Bahnschotter der SBB sowie für hochwertige Strassendeckbeläge verwendet. Für Bauwirtschaft und Verkehrsinfrastruktur in der Region und darüber hinaus ist der Standort damit mehr als ein lokales Rohstoffprojekt.
Landschaftsschutz macht das Projekt heikel
Gerade diese langfristige Sicherung kollidiert jedoch mit dem Schutzraum. Das geplante Erweiterungsgebiet überschneidet sich mit Landschaften von nationaler Bedeutung im Bundesinventar BLN. KIBAG bezeichnet Zingel III selbst als eines ihrer komplexesten Ressourcenprojekte und verweist auf geologische, landschaftliche und forstliche Rahmenbedingungen. Für die Erschliessung in steilem Gelände sind laut Unternehmensangaben auch Rodungen vorgesehen.
Für die Immobilien- und Baupraxis ist der Fall doppelt relevant. Einerseits zeigt er, wie früh die Rohstoffbasis für Beton, Strassen- und Infrastrukturbau planerisch gesichert werden muss. Andererseits macht das Verfahren sichtbar, wie rasch Versorgungssicherheit, Nutzungsplanung und Landschaftsschutz bei grossen Abbauprojekten frontal aufeinanderprallen. Der nächste Belastungstest folgt, sobald Gemeinde und Politik die sieben Einsprachen materiell behandeln.
