636 Millionen drücken die Sanierung voran

Der Bund und die Kantone haben 2025 insgesamt 636,4 Millionen Franken für energetische Gebäudemassnahmen gebunden. Der Schub kommt nicht nur aus dem bestehenden Gebäudeprogramm, sondern auch aus dem neuen Impulsprogramm, das vor allem grössere Heizungsersatzprojekte und die Gebäudehülle anschiebt.

August 2026

516,4 Millionen Franken flossen 2025 über das Gebäudeprogramm, weitere Mittel kamen mit dem seit dem 1. Januar 2025 gestarteten Impulsprogramm hinzu. Dadurch stieg das gebundene Fördervolumen für energetische Gebäudemassnahmen im vergangenen Jahr auf 636,4 Millionen Franken. Für Eigentümer und Sanierungsplaner ist das mehr als eine Budgetzahl, weil der Staat damit vor allem Heizungsersatz und Hüllensanierungen schneller in die Umsetzung drückt.

Der grösste Mittelblock im Gebäudeprogramm entfiel auf die Haustechnik mit 186 Millionen Franken. Weitere 145 Millionen gingen an Wärmedämmungen, 106 Millionen an Gesamtsanierungen. Konkret wurden 20’097 Öl-, Gas- oder Elektroheizungen ersetzt. In 82 Prozent der Fälle kamen Wärmepumpen zum Einsatz. Dazu wurden 1,5 Millionen Quadratmeter Dachfläche und 0,8 Millionen Quadratmeter Fassadenfläche saniert, verteilt auf rund 9’200 Gebäude.

Neues Förderfenster für grosse Anlagen
Das Impulsprogramm ergänzt das bestehende System gezielt dort, wo der Ersatz bislang besonders träge war. Gefördert werden seit Anfang 2025 unter anderem dezentrale elektrische Widerstandsheizungen, grössere fossile Heizungen über 70 Kilowatt sowie ein Bonus für die Gebäudehülle bei umfassenden Sanierungen. Laut Bundesamt für Energie wurden von knapp 4’800 eingereichten Gesuchen rund 4’350 bewilligt.

Für die Bau- und Immobilienpraxis ist das entscheidend, weil damit nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch grössere Liegenschaften und komplexere Heizsysteme stärker in den Förderfokus rücken. Gerade bei Mehrfamilienhäusern, Arealen und grösseren Bestandsobjekten entscheidet die Förderkulisse oft darüber, ob der Ersatz fossil betriebener Technik sofort erfolgt oder nochmals verschoben wird.

Wirkung über den Lebenszyklus
Die 2025 finanzierten Massnahmen sollen über ihren gesamten Lebenszyklus 12,1 Milliarden Kilowattstunden Energie und 3,3 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Seit dem Start des Gebäudeprogramms im Jahr 2010 summieren sich die über den Lebenszyklus erwarteten Einsparungen laut Bund auf 116 Milliarden Kilowattstunden und über 30 Millionen Tonnen CO₂. Gebäude bleiben damit einer der grössten Hebel der Schweizer Energiepolitik, weil sie weiterhin fast 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund einen Viertel der CO₂-Emissionen verursachen.

Der nächste Prüfstein liegt nun in der Verstetigung. Das Impulsprogramm ist als befristete Ergänzung angelegt und soll gerade in jenen Segmenten Wirkung entfalten, in denen das bisherige Fördersystem zu wenig Zug entwickelt hat. Ob dieser zusätzliche Schub die Sanierungsquote bei grossen Bestandsliegenschaften dauerhaft erhöht, wird für Kantone, Eigentümer und die Gebäudetechnikbranche zu einer der entscheidenden Fragen der nächsten Jahre.

Weitere Artikel