Zukunft des Wohnens
Vom 21. Oktober bis 17. November 2025 finden in Bern und Interlaken die Schweizer Wohntage statt. Anlass ist das 50-jährige Bestehen des Bundesamts für Wohnungswesen, das über ein halbes Jahrhundert die Schweizer Wohnpolitik geprägt hat. Mit Fachveranstaltungen, Rundgängen und einer Ausstellung richtet sich der Blick auf die Zukunft. Wie lässt sich nachhaltiger und sozial gerechter Wohnraum schaffen, in Städten wie in alpinen Regionen?
Die zentrale Fachtagung am 7. November in Bern zieht Bilanz aus fünf Jahrzehnten Wohnpolitik und fokussiert auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. Expertinnen und Experten aus Umwelt, Energie, Raumplanung und Immobilien diskutieren, welche Steuerungsinstrumente künftig nötig sind, um Klimaziele, Wohnungsknappheit und gesellschaftlichen Wandel miteinander zu vereinbaren.
Im Fokus stehen Fragen zu ressourcenschonendem Bauen, sozial durchmischten Quartieren und dem Umgang mit begrenzten Bodenflächen. Ein öffentlicher Auftakt am 21. Oktober unter dem Titel «Schöner wohnen – Wohnbauförderung» greift diese Themen auf. Im Kornhausforum Bern diskutieren Fachpersonen aus Architektur, Soziologie und Stadtentwicklung über Wege zu lebenswerten, dichten Wohnquartieren und über die Rolle von Genossenschaften und Kommunen.
Berggebiete unter Druck
Am 10. November folgt in Interlaken die zweite Fachtagung in Kooperation mit dem Bundesamt für Raumentwicklung und dem Staatssekretariat für Wirtschaft. Sie beleuchtet die angespannte Wohnraumsituation in touristischen Bergregionen, wo steigende Nachfrage nach Zweitwohnungen und fehlende Erstwohnungen lokale Bevölkerung und Arbeitskräfte zunehmend verdrängen.
Workshops und Praxisbeispiele zeigen, wie Gemeinden neue Instrumente für bezahlbaren Wohnraum entwickeln können, von Zweckbindungsstrategien bis zu regionalen Wohnraumfonds. Ziel ist es, Ansätze zu stärken, die langfristige Nutzung sichern und gleichzeitig die Standortattraktivität erhalten.
Stadtentwicklung neu denken
Parallel präsentiert das Rahmenprogramm innovative Perspektiven auf Wohnen und Stadtstruktur. Die Fachtagung «Die Stadt der kurzen Wege», organisiert von EspaceSuisse und dem Schweizerischen Städteverband, behandelt das Zusammenwirken von Wohnen, Mobilität und Arbeit.
Geführte Rundgänge durch nachhaltige Siedlungen in Bern zeigen reale Umsetzungsbeispiele mit Fokus auf Partizipation und gemeinschaftliches Wohnen. Der Kinoabend mit dem Film White Building führt globale Herausforderungen wie Gentrifizierung und Verdrängung zurück auf lokale Fragen der Stadtentwicklung. Ergänzend veranschaulicht die Wanderausstellung «10-Minuten-Nachbarschaften» vom 3. bis 17. November auf dem Waisenhausplatz, wie urbane Distanzen im Alltag verkürzt und Lebensqualität gestärkt werden können.
Gemeinsame Zukunftsagenda
Die Schweizer Wohntage sind längst mehr als ein Fachkongress. Sie sind Plattform, Diskussionsraum und Labor für die Gestaltung der Wohnungspolitik von morgen. Das BWO nutzt das Jubiläum, um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft enger zu vernetzen. Mit dem Ziel, Wohnraum als soziale und ökologische Ressource neu zu denken.