Zürich stärkt Energiezukunft mit Solar- und Speicherpflicht
Der Zürcher Regierungsrat will mehr Solarstrom vom eigenen Dach und gleichzeitig den Aufbau langfristiger Energiespeicher fördern. Zwei Gesetzesänderungen sollen Versorgungssicherheit und Eigenproduktion voranbringen, mit Augenmass und Innovationsgeist.
Das grösste ungenutzte Kraftwerk liegt auf Zürcher Dächern. Rund 6 Terawattstunden Solarstrom wären jährlich möglich, fast zwei Drittel des kantonalen Strombedarfs. Der Regierungsrat will dieses Potenzial ausschöpfen. Künftig sollen alle geeigneten Dächer über 300 Quadratmeter vollflächig mit Solaranlagen belegt werden. Neubauten unterliegen der Pflicht ab Errichtung, bestehende Gebäude beim Dachersatz.
Damit setzt Zürich gezielt auf bewährte Strukturen. Solarenergie entsteht lokal, lässt sich rasch umsetzen und stösst kaum auf Widerstand. Sie stärkt die Eigenversorgung, insbesondere wenn überschüssiger Sommerstrom gespeichert werden kann.
Speicher als Brücke in den Winter
Der Weg zur sicheren Winterversorgung führt über Speicher. Drei Viertel des Solarstroms entstehen im Sommerhalbjahr. Ein Überschuss, der künftig langfristig nutzbar werden soll. Der Regierungsrat will Netzbetreiber verpflichten, Langzeitspeicher technologieneutral zu fördern.
Eine moderate Abgabe von höchstens 0,5 Rappen pro Kilowattstunde soll den Förderfonds speisen, verwaltet durch die EKZ. Für Haushalte und Betriebe bedeutet das rund zwei Prozent höhere Stromkosten. Härtefallregelungen schützen stromintensive Unternehmen.
Gesetz mit Augenmass
Wo Anlagen unwirtschaftlich sind finanzielle Härten bestehen oder der Netzanschluss fehlt, , bleiben Ausnahmen möglich und die Pflicht greift nicht. Auch Schutzinteressen für Landschaft und Ortsbild werden abgewogen.
Damit setzt Zürich ein pragmatisches Signal. Statt auf Grossprojekte in den Alpen oder auf Windparks zu hoffen, wird das Potenzial vor Ort genutzt. Die Kombination aus flächendeckender Solarproduktion und Speicherstrategie bildet das Rückgrat einer sicheren, erneuerbaren Energiezukunft im Kanton.