Weltrekord-Solarzaun in Basel realisiert
Entlang der Tramstrecke Reinach – Münchenstein entsteht mit über einem Kilometer Länge der weltweit längste Solarzaun. Das Leuchtturmprojekt kombiniert erneuerbare Energiegewinnung mit urbaner Infrastruktur. Ein Pionierschritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung.
Im Zuge der Trassenerneuerung der BLT-Tramlinie wurde ein neuer Sicherheitszaun notwendig. Statt einer konventionellen Lösung setzt das Projekt auf einen funktionalen Mehrwert. Einen vertikal installierten Solarzaun. Die Kombination von Sicherheitsinfrastruktur mit bifazialen Photovoltaikmodulen nutzt vorhandene Flächen doppelt und ohne zusätzlichen Landverbrauch, ein entscheidender Vorteil im urbanen Raum.
Hochleistung entlang der Schiene
Insgesamt werden über 400 bifaziale Hochleistungs-Module installiert, die auf beiden Seiten Sonnenstrahlung aufnehmen und in Strom umwandeln können. Die prognostizierte Maximalleistung beträgt 194 kWp. Die Integration erfolgt auf einem speziell entwickelten Gestellsystem in Basaltgrau, das sich optisch harmonisch in das Stadtbild einfügt. Entwickelt wurde dieses System in Kooperation mit dem Unternehmen Next2Sun, das auf vertikale Photovoltaiklösungen spezialisiert ist.
Nachhaltige Energie aus dem Zaun
Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Während die erste Bauphase des Zauns bereits abgeschlossen ist, beginnt nun die Montage der Photovoltaikmodule. Das Projekt wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Solarzaun GmbH, der BLT sowie Alpsteinzaun + Tor AG realisiert. Die Integration in die bestehende Baustelle der Tram-Sanierung ermöglichte eine reibungslose Umsetzung.
Forschung und Perspektive
Auch die Wissenschaft begleitet das Projekt. Professor Hartmut Nussbaumer von der ZHAW sieht im Solarzaun ein zukunftsweisendes Modell für urbane Energielösungen. Besonders hervorzuheben sei die Energieproduktion zu Tageszeiten, in denen klassische PV-Anlagen, etwa auf Dächern, weniger effizient arbeiten. Damit ergänzt das System konventionelle Photovoltaikstrategien und verbessert die saisonale Versorgungssicherheit.
Modell mit Signalwirkung für Städte weltweit
Mit dem weltweit längsten Solarzaun setzt Basel ein starkes Zeichen für die intelligente Kombination von Mobilitäts- und Energieinfrastruktur. Das Projekt verbindet technische Innovation mit städtebaulicher Integration und wird voraussichtlich als Vorbild für ähnliche Ansätze in anderen Regionen dienen. Für Fach- und Führungskräfte in Stadtentwicklung, Energieplanung und Infrastrukturmanagement bietet dieses Modell konkrete Anregungen für eine nachhaltige Zukunft im urbanen Raum.