Sunrise verschlankt Strukturen
Sunrise prüft den Abbau von bis zu 190 Stellen und verschärft damit nach kurzer Zeit erneut den Sparkurs. Rund sieben Prozent der Belegschaft könnten betroffen sein. Ein Einschnitt, der exemplarisch zeigt, wie hart der Wettbewerb im Schweizer Telekommarkt geworden ist.
Der geplante Abbau ist Teil einer «organisatorischen Weiterentwicklung», mit der Sunrise Hierarchieebenen reduzieren, Entscheidungswege verkürzen und Prozesse effizienter machen will, durch den Einsatz neuer Technologien. Betroffen wären insbesondere zahlreiche Führungsfunktionen. Shop-Mitarbeitende mit direktem Kundenkontakt und Lernende sollen weitgehend geschont bleiben.
Für unvermeidbare Kündigungen kommt ein Sozialplan zum Tragen, der Alter und Dienstjahre berücksichtigt, ein Newplacement-Programm vorsieht und einen Fonds für individuelle Überbrückungs- und Qualifizierungsmassnahmen umfasst. Mitarbeitende ab 58 erhalten befristete Verträge bis 62 und ab 62 unterstützt Sunrise vorzeitige Pensionierungen. Jüngere Mitarbeitende sollen möglichst rasch wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Wiederholter Einschnitt trifft Belegschaft hart
Für die Mitarbeitenden ist die Nachricht ein weiterer Schock. Bereits 2024 baute Sunrise im Zuge der Integration von UPC nach einem Konsultationsverfahren 166 Stellen ab.
Im laufenden Konsultationsverfahren fordert die Gewerkschaft Syndicom, Alternativen ernsthaft zu prüfen und auf einen erneuten Stellenabbau zu verzichten. Der Entscheid über die tatsächlichen Kündigungen wird nach Abschluss des Verfahrens erwartet. Sie dürften im Februar und März 2026 ausgesprochen werden.
Preiskampf zwingt zur Effizienz
Der Schweizer Telekommarkt ist stark umkämpft und seit der Liberalisierung sind zahlreiche neue Anbieter hinzugekommen, während eine Marktkonsolidierung ausbleibt. Gleichzeitig nimmt die Preissensibilität der Kundschaft zu, Rabattaktionen und Promotionen drücken Margen und erzwingen konsequente Kostendisziplin.
In diesem Umfeld versuchen Anbieter, sich mit günstigen Tarifen, Paketangeboten und Servicequalität zu profilieren und dies bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf in Netze, Glasfaser und 5G. Strukturprogramme wie bei Sunrise sind damit nicht nur betriebswirtschaftliche Manöver, sondern Ausdruck eines Marktes, in dem Effizienz zur Überlebensfrage wird.