Solarenergie auf Kurs
Der Photovoltaik-Ausbau in der Schweiz hat 2024 erneut einen Rekordwert erreicht. Über 10 % des Strombedarfs wurden durch Solarenergie gedeckt, Tendenz steigend. Die Schweiz befindet sich damit auf gutem Kurs, ihre Energieziele zu erreichen. Doch neue regulatorische Unsicherheiten und Rückgänge im Einfamilienhaus-Segment bremsen das Momentum.
Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 1798 Megawatt neue Photovoltaikleistung installiert, ein Zuwachs von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtleistung stieg auf 8.2 Gigawatt, was über 10 % des nationalen Strombedarfs deckte. Trotz unterdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung und steigendem Stromverbrauch entspricht die Jahresproduktion dem Verbrauch von rund zwei Millionen Haushalten.
Versorgungssicherheit durch Winterstrom
Photovoltaik ist nicht nur eine Sommertechnologie, von Oktober 2024 bis April 2025 wurden 2.4 Terawattstunden Solarstrom erzeugt, ein Drittel der Jahresproduktion. Dieser Beitrag entlastete die Schweizer Speicherseen erheblich. Ohne Solarenergie hätte die Schweiz deutlich mehr Strom importieren müssen.
Rückgang im Einfamilienhaus-Segment
Während grössere Anlagen weiterhin stark zulegten, ging der Ausbau auf Einfamilienhäusern um 3 % zurück. Dies bremste das Gesamtwachstum, da bisher rund ein Drittel der installierten Leistung auf diesem Segment basierte. Grund für die Zurückhaltung ist laut Swissolar die Unsicherheit rund um das neue Stromgesetz.
Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung
Mit einem Plus von 4 % stieg auch der Ausbau von Batteriespeichern. Besonders im Gewerbebereich zeigt sich eine verstärkte Dynamik. Bereits 47 % der PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern sind heute mit Batteriespeicher ausgestattet. Die gesamte Speicherkapazität beträgt knapp 900 MWh, genug für 100’000 Haushalte für einen Tag.
Internationale Dynamik bestätigt globalen Trend
Weltweit wurden 2024 rund 597 GW Photovoltaik-Leistung installiert, ein Anstieg um 33 %. Mit 908 Watt pro Kopf liegt die Schweiz im internationalen Vergleich auf Platz 10. Die globale Solarstromproduktion stieg auf 2000 TWh.
Rahmenbedingungen im Wandel
Das neue Stromversorgungsgesetz schafft wichtige Grundlagen für den lokalen Stromverbrauch, führt aber auch zu Verunsicherungen. Insbesondere fehlt es an praktikablen Lösungen für lokale Elektrizitätsgemeinschaften und eine marktnahe Abnahmevergütung. Swissolar fordert konkrete Nachbesserungen, um das Potenzial lokaler Nutzung und Speicherlösungen besser auszuschöpfen.
Verlangsamung mit Perspektive
Für 2025 rechnet Swissolar mit einem Marktrückgang von etwa 10 % auf 1600 MW, bedingt durch regulatorische Übergangsphasen. Ab 2026 wird eine Stabilisierung erwartet. Mit kontinuierlichem Zubau zwischen 1800 und 2000 MW jährlich sind die Ziele von 18.7 TWh Solarstrom bis 2030 und 35 TWh aus neuen erneuerbaren Energien bis 2035 erreichbar.