Schweizer Deep-Tech an der CES 2026

Drei aus der Empa hervorgegangene Start-ups zeigen an der CES 2026 in Las Vegas, wie Schweizer Forschung zu marktreifen Hardware-Innovationen für Energiespeicherung, Photovoltaik und Elektronikkühlung wird. Im Fokus stehen ultradünne Festkörperbatterien, lautlose Kühltechnologie für Hochleistungsrechner und gedruckte Perowskit-Solarzellen.

Gedruckte Solarzellen von «Perovskia Solar» an der CES 2026: Flexible Perowskit-Solarzellen zur Integration in elektronische Geräte und Sensoren. Bild: Perovskia Solar

Januar 2026

BTRY präsentiert eine neue Klasse ultradünner Festkörper-Lithium-Ionen-Batterien, die für Anwendungen mit extremen Anforderungen an Bauhöhe, Sicherheit und Ladegeschwindigkeit entwickelt wurden. Die Zellen sind ab rund 0,1 Millimeter Dicke verfügbar, lassen sich in etwa einer Minute vollständig aufladen und funktionieren auch bei Temperaturen bis etwa 150 Grad Celsius stabil.

Dank All-Solid-State-Architektur kommen sie ohne flüssige Elektrolyte aus, sind dadurch weniger brandgefährdet und erlauben sehr schnelles Laden ohne zusätzliche Pufferkondensatoren. Zielmärkte sind vernetzte Kleingeräte wie Smart Labels, drahtlose Sensoren, Wearables und medizinisch-technische Anwendungen, bei denen konventionelle Batterien oft zu voluminös oder zu langsam sind.

Lautlose Kühlung für Hochleistungsrechner
Ionic Wind zeigt an der CES ein Lenovo ThinkPad T14, das nicht mit einem Lüfter, sondern mit einer Festkörper-Ionenwind-Technologie gekühlt wird. Statt mechanischer Ventilatoren erzeugen elektrische Felder einen gerichteten Luftstrom, der die Wärme abführt, ohne bewegliche Teile und praktisch geräuschlos.

Diese Technologie macht Luft zum elektrisch steuerbaren Designparameter und öffnet Gestaltungsspielräume für Laptops, Edge-AI-Geräte und kompakte Elektronik, in denen klassische Lüfter an Grenzen stossen. Neben der Geräuschreduktion verspricht Ionic Wind höhere Zuverlässigkeit, weil verschleissanfällige mechanische Komponenten entfallen.

Gedruckte Perowskit-Solarzellen
Perovskia Solar setzt seine Präsenz an der CES fort und zeigt Inkjet-gedruckte Solarzellen auf Basis von Perowskit-Materialien. Die Zellen lassen sich massgeschneidert produzieren und in eine Vielzahl elektronischer Geräte und Sensoren integrieren – etwa in Kleingeräte, Wearables oder autonome IoT-Sensoren.

Perowskit-Solarzellen zeichnen sich durch hohe Wirkungsgrade bei niedrigen Herstellungskosten und grosse Gestaltungsfreiheit aus. Das Unternehmen demonstriert, wie sich Energieerzeugung direkt in Geräteoberflächen integrieren lässt, was Batterien entlastet und neue, energieautarke Anwendungen ermöglicht.

Bedeutung für Empa und den Hardware-Standort Schweiz
Die gemeinsame Präsenz von BTRY, Ionic Wind und Perovskia Solar auf der CES zeigt, dass die Empa nicht nur Grundlagenforschung betreibt, sondern zunehmend Deep-Tech-Start-ups hervorbringt, die auf globalen Märkten skalieren. Die Projekte adressieren Bereiche, in denen inkrementelle Verbesserungen an Grenzen stossen, wie Batterietechnik, Elektronikkühlung und Photovoltaik.

Damit profilieren sich Empa und Schweiz als Standort für Hardware-Innovationen, die direkt in industrielle Anwendungen fliessen. Die Start-ups verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit internationaler Sichtbarkeit, Kundenvalidierung und globalen Wachstumsambitionen und verschieben den Schwerpunkt von «Forschung im Labor» zu «Produkten auf der Weltbühne».

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