Schweizer Büromarkt unter Druck
Der Schweizer Büromarkt wirkt stabil, doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Sinkende Vermietungsquoten und fehlende Beschäftigungsdynamik deuten auf strukturelle Verschiebungen hin. Während Zentren weiterhin profitieren, wächst das Risiko für eine ansteigende Leerstandsquote im kommenden Jahr.
Die verfügbaren Büroflächen in der Schweiz verharren auf 2,12 Millionen Quadratmeter. Ein stabiler Wert auf der Oberfläche. Doch dahinter verbirgt sich eine beunruhigende Entwicklung. Die durchschnittlichen Quartalsumsätze 2025 liegen mit 425’000 Quadratmetern deutlich unter dem Vorjahr (2024: 540’000 m²). Das entspricht einem Rückgang von etwa 21 Prozent. Unternehmen zögern, treffen langsamere Entscheidungen oder ziehen sich aus Anmietungsprozessen zurück.
Beschäftigung bleibt aus – Kosten steigen
Die Ursache liegt in der schwachen Arbeitsmarktdynamik. Das Beschäftigungswachstum in typischen Bürobranchen ist von ohnehin mageren 0,3 Prozent im Jahr 2024 auf 0,1 Prozent im dritten Quartal 2025 geschrumpft. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Industrie. Hier verschärfte sich der Stellenabbau von minus 0,2 Prozent (2024) auf minus 1,1 Prozent (2025). Hohe amerikanische Importzölle und ein starker Franken belasten Schweizer Unternehmen zusätzlich. Die geplante Zollreduktion könnte Abhilfe bringen, muss es aber noch unter Beweis stellen.
Zentren halten, Peripherie unter Druck
Die räumliche Polarisierung auf dem Büromarkt verschärft sich. In den fünf grössten Schweizer Zentren bleibt die Verfügbarkeit niedrig, mit Ausnahme von Basel. In den City Centern liegen die Quoten bei durchschnittlich 3,7 Prozent, in den umliegenden Stadtgebieten bei 3,6 Prozent. Die Vororte hingegen kämpfen mit 9 Prozent Leerstand. Dabei zeigt sich ein Ost-West-Gefälle. Die Westschweizer Vororte haben deutlich mehr Neubautätigkeit erlebt als die Deutschschweiz.
Risiken für 2026
Sollten die Flächenumsätze auf diesem tiefen Niveau verharren, droht die Leerstandsquote im kommenden Jahr anzusteigen. Die Stabilität von heute kann schnell zur Bremse von morgen werden, wenn nicht wieder Beschäftigungswachstum und unternehmerische Investitionsbereitschaft zurückkehren.