Region Basel fordert rasche Umsetzung der Durchmesserlinie
Die Region Basel fokussiert beim Ausbau der Bahn auf die Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof. Diese Verbindung sei nötig für die S-Bahn im Dreiländereck. Dafür sind die Basler Kantone und die Handelskammer auf einen Verzicht auf andere Ausbauten bereit.
Die unterirdische Zugverbindung zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof in Basel ist zwingend nötig für den Ausbau der S-Bahn im Dreiländereck. Das schreiben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die Handelskammer beider Basel (HKBB) in einer Erklärung. Sie fordern eine rasche Umsetzung dieser sogenannten Durchmesserlinie, welche die heutigen Spitzkehren der Züge in den beiden Bahnhöfen überflüssig macht. Im Gegenzug sehen sie ein Reduktionspotenzial bei weiteren Bahnausbauten in Basel.
Die beiden Kantone und die Handelskammer berufen sich dabei namentlich auf Ulrich Weidmann, der die neue Verbindung als unbestritten und zwingend nötig für das S-Bahnsystem bezeichnet habe. Der Professor der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hatte das Gutachten Verkehr 2045 erarbeitet. Auf dessen Grundlage hatte der Bundesrat im Oktober entschieden, den Tiefbahnhof Basel SBB und die Durchmesserlinie zu depriorisieren.
„Die Durchmesserlinie bedeutet einen Quantensprung im S-Bahn-Angebot für die Region“, wird Regierungsrätin Esther Keller in der Mitteilung zitiert. Sie „lässt sich aus unserer Sicht in den nächsten 20 bis 30 Jahren realisieren“, so die Vorsteherin des Basler Bau- und Verkehrsdepartements.
Martin Dätwyler weist auf die Bedeutung für die Beseitigung von Engpässen auf der Strasse hin. „Mit einer raschen Realisierung der Durchmesserlinie werden wir es schaffen, beide Verkehrsträger – Strasse und Schiene – fit zu machen für die Zukunft“, wird der HKBB-Direktor zitiert. „Das stärkt nicht nur die Wirtschaftsregion Basel, sondern die gesamtschweizerische Wirtschaft und ist essenziell für die Landesversorgung.“
Auch Regierungsrat Isaac Reber unterstreicht die Bedeutung für das ganze Land. „Die Region ist das Tor zur Schweiz“, so der Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft. „Ohne den Bau der Durchmesserlinie wird die Region zum Flaschenhals. Das können wir uns nicht leisten – und die Schweiz auch nicht.“